Project Game – Reload 2019 – Remember 2009

Haloa!

Heute las ich auf Zwitscher, es gäbe eine Neuauflage des Project Game in Bremen:

Für alle, die dabei waren und für alle, die nicht dabei waren. Es gibt eine Neuauflage vom MEGA Event “Project GAME“. 10 Jahre später, selber Ort, selbe Zeit”, d.h. vom 08.-.10. Juni 2019 (Pfingsten) unter dem Titel “Protect the Game”.

Da erinnerte ich mich an meinen Reisebericht zur 2. Deutschen Geocaching-Megaveranstaltung. Ich hatte ihn 2009 für das offizielle Eventtagebuch geschrieben.

Einige von Euch waren sicherlich dabei. Manch anderer hat jedoch definitiv etwas verpasst. Für letztere und die Dabeigewesenen, die gern in Erinnerungen schwelgen, wärme ich das ganze noch einmal in dezent überarbeiteter Fassung auf.

Was bleibt, ist die Erinnerung…

TJ.

Project GAME

22 Stunden am Stück, episch breit und subjektiv

Ein eventuelles MEGA-Event in Deutschland – da müssen wir hin, keine Frage. Darum meldeten wir (HoviK, R4H, +Chris und meine Wenigkeit) uns auch sofort an. Damals war es zwar noch nicht MEGA, aber auch das war nie wirklich eine Frage, denn man weiß ja, wie die deutsche GC-Gemeinde tickt.

Am Pfingstsonntag 2009 stehen wir schon recht früh auf. Der Hovi muss zu Hause bleiben – er ist leider nicht sehr eventtauglich, wie wir seit dem MPGO wissen. Das bedeutet für uns allerdings auch im Umkehrschluss, dass wir nicht über Nacht wegbleiben dürfen und dass er vor der Fahrt noch bewegt werden muss.

Die Kinder wecken, ein spärliches Frühstück.

Die Uhr zeigt 6:50, als wir das Auto beladen hatten und uns auf den Weg in den Norden machen. Nach gut 330 Kilometern und ein paar unspektakulären Dosen am Wegesrand treffen wir fast am Infopunkt Süd ein, doch bevor wir unseren ersten Berührungspunkt mit der ausgereiften Organisation der Eventkümmerer bekommen, muss ich tanken und im Anschluß noch die Kirche in Brinkum besuchen.

Danach geht’s direkt zum “Infopunkt” (einem Cache etwas außerhalb an einem Parkplatz gelegen). Wir finden nicht nur die Dose sondern auch die Zeitungsrolle, die ausreichend viele Cacheinformationen für die Anreisenden bereithält.

Während wir loggen, treffen weitere Gleichgesinnte ein und man kann sich die Dose quasi in die Hand geben.

Von dort ist es nur noch ein Katzensprung bis zur Eventlokation und so belegen wir gegen 10:30 nach kurzer Suche einen der vielen noch freien Parkplätze im näheren Umkreis der Halle.

Anm.: Apropos Katzensprung – der kann auch mal etwas länger dauern, da die Ampelsteuerung in Bremen doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wird die Ampel grün, ist die nächste garantiert rot, bis man dort ist. – Da lobe ich mir doch die grüne Welle der Rheinuferstraße in Köln.

Während wir uns unsere Rucksäcke schnappen, können wir schon viele GPS-bewehrte Menschen beobachten, die sich in der Nähe einer noch im Bau befindlichen Halle tummeln. Was da wohl sein mag? (Selbstverständlich ein Cache, wie wir später erfuhren.)

Egal – erst mal anmelden und einen kleinen Snack besorgen, das Frühstück ist lange her.

Kurz vor dem Vorplatz steht ein Quad. Direkt aus der Hölle? Nein nur fast, von Louis Cifer.

An der Halle eintreffend, stoßen wir direkt auf die ersten bekannten Gesichter – Fikki, Forn und MNO2 (gut merken, die kommen noch vor).

Nach der Begrüßung geht’s zur Anmeldung. Vorbildlich. Der Anmeldetresen ist übersichtlich alphabetisch gestückelt und es gibt keine langen Warteschlangen, so dass ich fix meinen großen Umschlag in der Hand halte.

Jetzt bin ich offiziell da – im Gegensatz zu Eisensven, der krankheitsbedingt absagen musste; dem ich aber noch gefällig bin, indem ich seine „Tüte“ abhole.

Also noch schnell bei „E“ angestellt, mein Anliegen vortragen und zunächst keine Tüte bekommen. Weg, verschwunden, nicht da. Auf Nachfrage des freundlichen Anmeldungskümmerers beim Kollegen dann die Auflösung: „Guck mal in deinen Umschlag!“ und siehe da, Svens Umschlag befindet sich schon in meinem.

Whow, Service! DAS ist Klasse, so funktioniert Organisation, da kann sich die Servicewüste Deutschland mal eine Scheibe abschneiden!

Da ich nun alles habe, gehen wir raus, die Unterlagen sichten. Mit Ohs und Ahs werden die Coins bestaunt und die Namensschilder angebracht. Dann gehen die Kinder erst einmal auf die Hüpfburg.

Etwas Zeit… ähm… Moment, das Loch im Magen ist wieder da. Auf gehts, zum Bratwurstfassen.

Ach nee – wer steht denn dort am Stand? Die Abordnung der Asbacher Bande. Begrüßung!

Das sie auf dem Weg sind war bekannt, denn sie haben sich in einigen unspektakulären Dosen auf dem Hinweg verewigt, wie wir lasen.

Unterdessen hat HoviK die Würstchen organisiert. Lecker.

Und während der Rest der Familie noch mit den eigenen Würstchen beschäftigt ist, werfe ich einen Blick in die Halle.

Huch – da ist aber viel los. Nochmals zurück und kurz Bescheid sagen, dass ich am Taschenlampenstand bin und wieder in die Halle gehen sind eins.

Anstehen mag ich nicht. Der Taschenlampenstand ist umlagert. Und irgendwie sehen die Lampen groß und schwer aus. Man hat ja auch mittlerweile genug Lampen… in diesem Moment lenken mich erneut bekannte Gesichter ab – die Heunkos und das Genieteam, die es sich auf dem Bühnenrand bequem machen. Begrüßung, Klönpause!

Herr Genieteam streift sich ein T-Shirt über. Projekt GAME mit TaLa-Werbung. Das gibt es per Gutschein dort am Stand. Huch? Dort, wo meine Holde steht?! Schnell laufe ich hin, um Ihr meinen und Svens Gutschein in die Hand zu drücken. Schlangenvermeidung. Sie ist schon dran und dort liegt zum Glück eine Schere zum Gutschein abschnippeln. Verzögerung, doch niemand meckert. Ich bekomme Einheitsgröße XL – eng aber geschenkt. Danke schön.

Während ich zur Bühne zurückgehe, nehme ich die überlange Schlange wahr, die sich von der „Wo kommt Ihr denn her“-Karte bis zum Stand eines größeren GPSr-Herstellers durch die Halle schlängelt.

„Wofür stehen die an?“

„Für einen kostenlosen TB“

„Zwei Stunden anstehen, für einen TB?“

„Jo!“

 Hmm – das kann es nicht werden – vielleicht später. Ich suche meine Familie zusammen, denn schließlich liegen hier noch ein paar Dösken in der Nähe. Trotzdem dauert es noch etwas, denn die Familie ist beschäftigt.

Zeitüberbrückend kann ich ja mal ins TB-Boot gucken. Da muss ja irgendwo ein bestimmter TB eines bekannten, komödiantisch veranlagten, geocachenden Buchautors sein, der eine überaus interessante Aufgabe hat. Er soll im Mariannengraben versenkt werden. Interessante Vorstellung. Ich hätte dem wohlbekannten Besitzer zugetraut, dass er ein Foto bei der Ablage verlangt. Hat er aber nicht. Auch der TB hat offensichtlich schon einen neuen Besitzer. Schade, denn den hätte ich gern entdeckt und befummelt.

Als R4H seine Münzen erworben und meine Holde am NABU-Stand Geld gegen ein Büchlein getauscht hat, könnten wir eigentlich los.

Uneigentlich war meine Ausrüstung jedoch zu üppig bemessen. Ich habe keine Lust, den für alle Event(!)ualitäten gepackten Rucksack bei diesem herrlichen Wetter kilometerweit herumzuschleppen. Folglich gehen wir zum Auto und specken ab.

Zurück an der Halle sehen wir einen uns wohlbekannten Hund. Éireann. Da kann Wiiilmaa nicht weit sein, denke ich und erspähe ihn auch schon.

Begrüßung und direkt eine neue Info. Bei Cachezone gibt es ein Gewinnspiel. Wir gehen noch schnell das Gewinnspiel lösen und treffen uns wieder vor der Halle. Gewonnen haben wir zwar nichts, aber dafür sind wir jeder um einen Mikro mit Bleistift reicher. Danke.

Nun stiefeln wir endlich Richtung erster Dose, als Wiiilmaa mich darauf aufmerksam macht, dass es auch hier etwas zu gewinnen gibt. Man müsse nur die Aufgaben lösen, um an der Verlosung teilnehmen zu können. „Welche Aufgaben?“ Offensichtlich habe ich nur den PET-Vorformling (danke Pecodu) und die Coin aus dem Umschlag geholt; dabei aber den Papierkram vernachlässigt.

Danke für den Hinweis, so kann das GPS eine notwendige Länge ermitteln, während wir ein anderes Dösken suchen. Netterweise wurde für das Veranstaltungswochenende ein Bremer Innenstadtcache enddosentechnisch in die Nähe der Veranstaltung verlegt. Und da das Final am Vortag ergoogelt wurde, stand dem Fund dort nichts im Wege.

Doch wir wurden ausgebremst. Éireann schaffte es nicht mehr zur Grünanlage und Wiiilmaa musste sich mit einer Tüte bewehrt ihrer Hinterlassenschaft annehmen. Gut, dass Joschi (unser Hovi, die Hälfte von HoviK) zu Hause bei „Oma“ blieb – diese Probleme haben wir heute nicht.

Als mein GPS piepst, stehen dort schon einige ratlose Gesichter herum. Die Kinder bequemen sich suchtechnisch dorthin, wo ich mich ungern bücken würde und Frau greift einfach mal drunter. Das nenne ich Intuition – schon hat sie die Dose in der Hand und ich brauche gar nichts machen.

Das war ja einfach. Noch schnell die Bonuszahl notieren – verstecken müssen die Dose die anderen Teams; die, die schon hier standen und die, die mittlerweile aufgelaufen sind.

Dosenpilgern! Unerfreulich aber Veranstaltungstypisch.

100 Meter weiter treffen wir erneut die Heunkos – auch sie suchen Dosen. Allüberall Gleichgesinnte. Nach einem kurzen Messergebnisvergleich trennen sich unsere Wege erneut.

Den zweiten Cache, den ich zu Hause ergoogelt habe, liegt etwas außerhalb. Schön, denn hier sind keine Pilgerscharen. So kommen Wiiilmaa und ich klönenderweise vorwärts, gefolgt von HoviK mit Éireann und verfolgt von den hinterhertrödelnden Kindern.

„Hast Du denn den Mystery schon?“, werde ich gefragt.

„Welchen?“

„Den mit der Uhr.“

Den hatte ich noch nicht, denn ich muss die „Uhr“ erst noch suchen. Das will ich mir aber eigentlich für später aufheben.

„Nö, habe ich noch nicht. Du denn?“

Wiiilmaa hatte die Uhr schon gefunden und abgelichtet und amüsierte sich, dass ich quasi schon an ihr vorbeigelaufen bin. Netterweise zeigt er mir das Bild und wir beginnen, das Final zu errechnen.

Ach, guck an, keine 200 Meter weit weg auf unserem Weg. Glück gehabt.

Kurze Zeit später kommen uns Geocacher entgegen.

„Wart ihr ein Foto machen?“

„Ja!“

“Prima, dann sind wir richtig.“

„Ihr wisst, dass da noch eine Dose liegt?“

„Ja, wissen wir.“

Verabschiedung.

An der Weser ist es schön, das Wetter spielt mit, die Möven kreischen, ein Sportboot gleitet dahin und noch eins und ein drittes, es riecht so schön maritim, Éireann geht baden und wir spazieren an der Dose vorbei…

Keine Kunst, denn ich schwelge in Erinnerungen unseres letzten Urlaubs, was mich den Pieps des GPS überhören ließ.

Das fällt mir dann 300 Meter weiter auf. Gut, dass es den Rückweg gibt.

Kurze Zeit später erspähen wir erneut bekannte Gesichter. Rian, El Barto und die Iskas. Auch sie haben ein Foto gemacht, wo keine Dose liegt. Warum auch nicht? Die Gegend ist idyllisch und der Weg eine Wanderung wert – nur dass man ganz ohne Grund hier nie hingegangen wäre. Geocaching vertreibt Unwissenheit.

Einige Fotos später gelangen auch wir zum Bestimmungsort, um wie alle anderen DAS Foto und einige andere mehr zu machen.

Die Möven brüten in der Nähe und zeitweilig ist unser kleines Grüppchen sogar allein.

Ich liebe den Norden (und auch die See). Ganz besonders, weil der Himmel hier näher zu sein scheint und weil man hier schon heute sehen kann, wer morgen zum Essen kommt. Bei uns im Oberbergischen siehst Du mit Glück mal 400 Meter weit. Dann kommt der nächste Hügel. Oder Du musst auf den Hügel rauf und wenn er hoch genug ist, freust Du Dich, wenn Du dann die Türme des Kölner Doms oder das Siebengebirge siehst. Bei uns ist es Abends auch schneller dunkel – wen wundert’s, wenn der Horizont gefühlt 20° höher liegt…

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass nicht wenige Eventbesucher ihre Fahrräder mitgebracht haben. Geschickt! Das hätte in unserer Heimat auch nicht wirklich viel gebracht, es sei denn man ist sportlich konditioniert und hat eine steigungsfreundliche Schaltung *fg*.

Auf dem Rückweg bemerken wir eine Gruppe Gamer am Wegesrand. Klar, da muss die Dose sein, die wir eben überlaufen hatten. So fällt das Suchen flach. Wir reihen uns ein und während wir uns eintragen, hat irgendwer die Dose wieder versteckt. Ein neuer Trupp trifft ein, sucht und findet die Dose. Das Logbuch haben wir noch. Nein, Stress kommt nicht auf – alle haben Zeit.

Wieder am Speicher angekommen fehlt noch das Rad vom GAME-Gewinnspiel. Das Gebäude wird näher untersucht. Nach einer Weile haben wir Glück. Jetzt sehe ich auch die „Uhr“. Wie peinlich, sie auf dem Hinweg übersehen zu haben – naja, ich bin im 90°-Winkel darauf zugelaufen, da passiert das schon mal.

Die Kinder wollen wieder auf die Hüpfburg; ich möchte das Event loggen, also begebe ich mich in die Halle. Achso, den Zettel vom Gewinnspiel muss ich auch noch einwerfen. Irgendwie habe ich jetzt Wiiilmaa verloren. Wo mag er sein? Éireann steht noch hier, aber Wiiilmaa?

Guck an, die Schlange am GPS-Herstellerstand ist weg. Es folgt der Durchmarsch zum TB-Empfang ohne Wartezeit. Danke dafür.

Da fällt mein Blick erneut auf die „Wo kommt ihr denn her“-Karte. Also bequeme ich mich dahin, um auch meine ungefähre Herkunft mittels eines roten Pins zu verewigen. Dabei fällt mir wieder ein, dass ich mich ja auch noch ins Veranstaltungsbuch eintragen muss. Dank kurzer Wege finde ich mich recht schnell an den extra dafür aufgestellten Tischen wieder. Da liegen sie, die edlen ledergebundenen Chroniken.

Ist das warm hier! Schweißgebadet fühle auch ich mich berufen, unter dem Ehrenbanner der Gamer meinen schnöden Eintrag zu hinterlassen. Auch Frau und Kind trudeln ein. Es sind ausreichend (6) Logbücher da.

Während die Familie loggt, werfe ich einen kurzen Blick auf den Kletterausrüstungsstand. Ich finde auf Anhieb nichts, was ich dringend benötige. Auch keine Kleinigkeit. Schade.

Danach geht es zum Imbiss – ich wähle einen „Bremer“ für mich und wunschgemäß ein Matjesbrötchen für HoviK, während sie die Getränke besorgt. Dann geht’s raus an die frische Luft. Wiiilmaa ist immer noch nirgends zu erspähen.

Die Kinder sind auf der Hüpfburg und wir finden ein Plätzchen an der Winch. Brotzeit. Hmm. Zuerst die Salatseite vom Brötchen essen, dann ein Biss in die Fischfrikadelle… üähhh.

Sorry, aber das geht gar nicht! Und dann sehe ich die dicke grüne Fliege am Rand. Für mich ungenießbar und kein Vergleich zum „Nordsee-Bremer“.

Auch nicht zum unerreichten Fischfrikadellenbrötchen von Fischer Kruse am Schönberger Strand. Das Matjesbrötchen hingegen ist lt. meiner Frau aber sehr lecker.

Da der Appetit vergangen ist liebäugele ich mit dem Hafenmuseum.

Da kommen Sandmann und Carsten daher. Ersteren kenne ich, mit letzterem werde ich bekannt gemacht. Wir wechseln ein paar Worte – sie sind gerade erst eingetroffen. Man sieht sich später noch.

Ich möchte endlich zum Hafenmuseum.

“Lass uns den Light-Cache noch eben machen, das schaffen wir noch locker vor dem Abendprogramm. Schließlich ist der Eintritt frei – das muss man mitnehmen, wenn wir’s schon nicht in die Altstadt schaffen…“

So werden die Kinder wieder von der Hüpfburg geholt und es geht Richtung Museum.

Der „Da Fikki Club“ (Fikki, Forn, MNO2) sonnt sich entspannt auf dem Vorplatz. Alle lassen es sich gut gehen – ein entspannter Tag.

Mit diesen Gedanken betrete ich das Museum.

Interessant – es gibt viel zu sehen. Selbstverständlich wurden für den Cache Informationen ausgewählt, die nicht offensichtlich herumhängen – man muss schon suchen und genauer hingucken. Lerneffekt. Klasse gemacht. So hat man auch etwas vom Museum. Danke dafür. Auch die akustische Hintergrunduntermalung gefällt. Nebelhörner… Möven… andere Geräusche.

Gamer. Manche laufen mit offenem Notebook durch die Hallen. Papierlos cachen? – Mein Zettel wiegt definitiv weniger.

Nach einigem Sehen, Übersehen und Mehrfachsehen haben wir endlich fast alles zusammen und es kann zur Dose gehen. Ein Buchstabe fehlt noch, aber das ist die letzte Stelle. Wir nehmen „5“ an – das passt immer.

Der Weg zur Dose führt uns an ungesehenen Stellen vorbei. Zollamt, Hafen, Blick auf die Mühle. Ich nehme viele Eindrücke mit. Plötzlich kommen drei singende (grölende?) Gestalten um die Ecke. Na toll – Nik, Martin und noch jemand, dessen Name mir nicht mehr präsent ist.

„Klar, wenn’s peinlich wird, seid ihr nicht weit!“, empfange ich sie. Offensichtlich waren sie nüchtern, aber die Szenerie erschließt sich mir nicht wirklich. Daran merkt man, dass man älter wird. War ich auch mal so? Erinnerungslücken…

Ich richte meinen Blick wieder Richtung Dose, als mir eine große Gruppe offensichtlicher Gamer auffällt, die um etwas herumstehen. Das passt. Hier benötigt man kein GPS. Es genügt, dorthin zu gehen, wo eine Gruppe steht. Da kann eine Dose nicht weit sein.

Schlange stehen, zum Log. Smalltalk. Bevor wir dran sind, frage ich noch eben, wo die Dose ursprünglich lag. Eine Information, die ich nach dem Log nur noch weitergeben kann, denn die nächste Gruppe ist mittlerweile eingetroffen.

Ich hatte mir vorgenommen, nicht zu Cachen, sondern die Veranstaltung zu genießen – wie immer. Ich hatte es sogar irgendwo geschrieben. Aber heute ist alles anders. Megaevent!?

Megagruppenlogs. Jetzt ist Schluss – ich schalte das GPS aus. Wir gehen zurück zur Halle.

Vor der Halle können die Kinder noch Kistenklettern. Es ist gerade nicht viel los, aber es sieht nach Regen aus. Egal.

Während die Kinder noch auf den nächsten freien Gurt warten müssen besorge ich Getränke. An der Bar treffe ich Ralf_SG und DocW. Sie sind also auch hier, aber im Gespräch. Eine kurze Begrüßung, dann geht’s wieder raus.

Zuerst klettert Robin, dann Christopher. Als Chris auf der achten Kiste steht, fängt es an, zu tröpfeln. Dann bricht der Kistenturm weg.

So schaffen wir es noch vor dem Regen in die Halle. Sitzen wäre jetzt gut. Ich nehme mir ein paar Stühle und baue sie in Reihe vis-a-vis der Bühne auf. Es ist 16.30 Uhr, wir warten auf des Abendprogramm.

Mit der Zeit gesellen sich immer mehr Stühle dazu. Auch Wiiilmaa kommt mit Éireann; setzt sich neben mich.

Frau Cyberberry kommt auf einen Sprung bei Wiiilmaa vorbei – wir wechseln ein paar Worte. Bis dahin kannte ich nur ihre Stimme – nun habe ich ein Gesicht dazu. Sympathisch.

Dann sehe ich btjg Jürgen. Nach der Begrüßung setzt er sich vor uns; genau wie der Sandmann kurze Zeit später. Eine Alligateuse zieht vorbei. Etwas entfernt steht Markus von den 5 Steinweisen – wir winken und unterhalten uns kurz via Zeichensprache.

17.15 geht es los. Das Abendprogramm. Ansprache, Dankesworte, Verlosung. Es zieht sich ein wenig, muss aber sein.

Die Helfer werden gewürdigt und das ist gut so, denn sie haben einen tollen Job gemacht!

Die Kinder, die nichts gewonnen haben bekommen einen Trostpreis – auch das ist gut so. So ist niemand wirklich traurig.

Ich gewinne nichts, habe aber auch nicht wirklich damit gerechnet; Fortuna ist mir selten hold. Dafür Wiiilmaa. Er gewinnt und ich versuche, mit seiner Kamera die Szene einzufangen. Tolles Teil, aber schwer.

Dann endlich das Glanzlicht. Die Dosenfischer treten auf. Nein, doch nicht – es verzögert sich. Die Spannung steigt. Einige Gamer verlassen die Halle – sie haben wohl nur noch die Verlosung abgewartet…selbst schuld!

Kurze Zeit später geht es los – Sandmann singt. Es sind die wohlbekannten Lieder, aber doch etwas anders dargebracht (anglizistisch: performed).

Aba und Carsten steigen ein. Sie singen stellenweise mehrstimmig. Applaus.

Lied um Lied erklingt in der Halle – das Auditorium klatscht mit, Kinder singen – Stimmung pur. Vor der Bühne wird fotografiert, gefilmt. Blitzlichtgewitter. Erneuter Applaus.

Nach den bekannten Liedern ist erster Schluß. Stehende Ovationen…

Zugaberufe erschallen fordernd…

Eins haben sie noch – es ist neu – Dosenfischen. Ein Lied, in dem sich jeder wiedererkennt. Super. „…wir nennen es Dosenfischen, oder Geocaching, das ist ein Familienhobby…“

Ich schiele auf unseren Jüngsten, er ist begeistert und guckt etwas betreten, als der Sandmann singt, dass nur die Kinder oft nicht mit wollen….

Dann ist es vorbei. Naja, fast.

Sandmanns Tochter hat heute Geburtstag und er hat ein Lied für sie, denn er muss hier seine Wette einlösen. Aba spielt Querflöte. Ein schöner Abschluss.

(BTW: Herzlichen Glückwunsch, Tante Hanna, auch wenn wir uns nicht kennen. – Dein Papa hatte einen tollen Auftritt und dabei trotzdem an Dich gedacht.)

Nun ist auch fast Schluss für uns, denn die Kinder sind Dosenfischerfans, also gehe ich noch hin, zum Sandmann, zum Aba und zum Carsten, damit sie sie auch kennen lernen können und Autogramme bekommen. Während Chris fortwährend „ich bin Mikro“ trällert und wir ein paar Worte wechseln, bekommen sie ihre Autogramme. Wir winken und sind weg, während Sandmann und Aba sich mit anderen Fans ablichten lassen.

Von den Eventkümmerern ist gerade keiner greifbar, also gehen wir ohne Verabschiedung. Vor der Tür steht Éireann – doch Wiiilmaa ist nicht zu sehen – auch hier kein Abschied – Schade.

Trotzdem endet das Event, wie es begann – wir treffen auf Fikki, Forn und MNO2. Wenigstens hier können wir „Tschö“ sagen, dann geht’s zum Auto.

Schön war’s. Mir graut es vor der Heimfahrt.

Naja, da liegen noch ein paar Dösken am Rand. Ich lasse es ruhig angehen. Noch ist es hell, da lohnt der Abstecher zur Hornisse (einem Bunker) bestimmt. Das Navi kennt den Weg und wir kommen bei tollem Licht an. Die Sonne strahlt auf die gegenüberliegende Einfahrt.

Niemand ist zu sehen, wir sind allein. Kaum hat meine Frau das Dösken in der Hand, biegen zwei Fahrzeuge ein. Dänische Kennzeichen – Gamer. Auch sie wollen noch ein Dösken zum abgewöhnen. Wir wechseln ein paar Worte – sie trägt ein TB-T-Shirt. Ich fotografiere sie. Auch der trackbare Hund wird mir offeriert. Im Gegenzug können sie mein Auto entdecken. So schnell lernt man sich kennen – und verlässt sich auch wieder. (Danke, viele Grüße & gute Heimfahrt!)

Da liegt noch eine Fummeldose. Und noch eine an einem Teich. Hier werde ich Mückenopfer und kassiere 4 Stiche. Bei der dritten steige ich nicht mal mehr aus, das macht HoviK und bringt das Teil.

Nächster Halt: A27-Boxenstop. Den Besitzer und sein Quad haben wir auf der Veranstaltung gesehen. Er hat etwas gewonnen. Viele Grüße an dieser Stelle.

Die Sonne geht unter. Es folgen noch zwei, drei unspektakuläre Dösken auf dem Weg nach Hause. Es zieht sich, ich bin müde, Fernlicht ist nicht drin und lt. Verkehrsnachrichten liegt ein Holzklotz auf der Fahrbahn. Zwischendrin ein Kaffee, 50 Kilometer vor zu Hause Einkehr im Mc D. Der Cache ist hier für mich unerreichbar – egal. Essen ist wichtiger – das letzte ist 12 Stunden her.

Ich fahre, Frau und Kind schlafen…

Der Holzklotz ist schon weg.

2:50 fahre ich auf den Hof. Den Hund begrüßen, noch schnell ausladen, mit der Holden ein Sektchen zum Abschluss trinken und ins Bett.

Ich brauche Ruhe, in knapp drei Wochen geht’s nach Salzburg

ganz locker angehen… blos kein Stress… ich schlafe ein…

010

Dosenhausen – Balkonien

in unscheinbarer Vorort am Rande der Multi-Großstadt zwischen PET-Metropole und Nano-Nirgendwo irgendwo auf dem Land und im Land – Dosen-Deutschland, um genau zu sein. Dort, quasi relativ zentral in Ortsnähe, sitzen diesmal (tatsächlich auf einem Balkon) ein angeschlagener Flo und der Urlaubsabbrecher TJ.

Wir haben ein Intro, philosophieren über “Zehn” im Allgemeinen und TJ referiert episch breit über seinen kürzlichen Urlaub im Süden inklusive Eventmarathon. Hierbei müssen wir Defizite in Sachen der Wortbedeutung “Gemarkung” und TJ. Defizite in Kondition und im “Wetterertragen” eingestehen.

weiterlesen010

Neues aus Sommerloch

Haloa!

Am Anfang schuf Dave die Dose.
Und weil das Usenet sah, dass es gut war, schuf …

Nun, den Rest kennen wir ja, denn ob in korrekter Reihenfolge oder nicht schuf man:

Die Mehrstationendose.
Dann die Rätseldose.
Dann die Erddose ohne Dose.
Dann die Wohinichgehdose.
Dazwischen irgendwann die Ichtreffmichdoseohnedose.

Das war’s in Sachen Dosen, doch das konnte sicherlich nicht alles sein, darum mussten Varianten her.

Die Nachtsvariante.
Die Großeventvariante.
Die Klettervariante.
Die Müllsammeleventvariante
Die Kraftpfadvariante.
Die Nochgrößereventvariante.
Die Kletterkraftpfadvariante.
Die Herausforderungsvariante.
Die Schlossknackvariante.
Die Baumangelvariante.
Die Baumangelkraftpfadvariante.
Die ReverseWhereIgovariante.

Und als nächstes?
Ich prognostiziere die ReverseWhereIgokraftpfadvariante. Möglicherweise aber auch die ReverseWhereIgoBaumangelkraftpfadvariante.

Aber dann, was kommt dann? Was wird den plagiativen Lemmingtrieb der Dosensuchgemeinschaft in Zukunft befriedigen? Fragen über Fragen, die bis zum Sommerloch 2018 ihrer Antwort harren. Dann blicken wir gemeinsam zurück, lächeln, winken und denken uns, gut, dass wir nicht alles mitgemacht haben.

Nunja, bis auf die, die eben tatsächlich alles mitgemacht haben (werden). Der Hammer, oder? Die bewundern wir dann. Oder belächeln sie, um ein wenig den Hauch des Neides zu überspielen, weil die ihr Gesäß hochgekriegt haben, uns hingegen der innere Schweinehund sitzen ließ. Auf dem Hosenboden nämlich und leider nicht allein.
Plötzlich steht man am Rande des Sommerlochs, erinnert sich an die Vorsätze vom Jahresanfang und stellt bedauernd fest, dass man wiederholt kein Stück weiter gekommen ist.

Schade eigentlich. Aber das halbe Jahr liegt ja noch vor uns. Da kann ja noch viel passieren. Also könnte. Vielleicht. Möglicherweise. Wenn man nicht zuviel Zeit damit vertrödelt, die Superduperfavoritendosen am Rechner herauszusuchen, Termine abzusprechen, um das jeweilige Projekt mit ein paar Freunden durchzuziehen. Und dann regnet es.

Manchmal ist weniger mehr. Vielleicht einfach mal rausgehen und ungeplant die nächstgelegene Dose suchen. Die ist möglicherweise total unspektakulär und liegt schon viel zu lange anspruchslos an einem langweiligen Ort einfach auf dem Boden im Dreck. Aber Du gehst raus, machst was und mit ein bisschen Glück erlebst Du etwas Einmaliges auf dem Weg.
Falls nicht, ist’s auch nicht schlimm.
Dein Rechner ist bloß Tor eins. Tor zwei zu wählen, verbessert Deine Chance in jedem Fall, wenn auch nur statistisch.
Genug davon. Der Regen hat gerade aufgehört. Ich bin dann mal weg.

Und macht Euch keinen Kopf wegen dem, was als nächstes kommt. Ist eigentlich gar nicht wichtig.

TJ.

009 b

Dosenhausen – Leichlingen

Ein Parkplatz irgendwo im Nirgendwo am Ende einer Straße, wo sich Fuchs, Hase und Forelle gute Nacht sagen. Dort steht eine Mühle am rinnenden Bach. Vögel zwitschern, der Wind rauscht in den Wipfeln und zuweilen im Mikrofon. Flo und TJ. sitzen (letzterer übrigens verschwitzt, geschunden und zerstochen) in Campingstühlen, das Aufnahmegerät zwischen sich, kritisch beäugt von unzähligen Hunde-, Wander- und Fahrradmuggeln…

weiterlesen009 b

Maije im Saarland retrospektiv

Haloa!

Manche Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus, so auch dieses Mega Event. Nachdem ich letztes Jahr auf Zollverein eine Abordnung der Orga kennengelernt und ein Weilchen mit Ihnen gesprochen hatte, stand für mich fest, dass ich nach Losheim fahren würde. „Maijen – Freunde treffen“ steht für mich bei Großveranstaltungen ohnehin im Vordergrund, die Leute waren durchweg sympathisch und die Beschreibung der Lokation klang vielversprechend. Dieser Eindruck verstärkte sich mit jedem weiteren Mal, als ich sie wiedersah, ob in Koblenz oder Mendig, immer war Zeit für ein nettes Gespräch mit Kaffee, Kuchen bzw. „speziellen“ Keksen (Insider).

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