Schrauben in Bäumen

Für alle, die Schrauben in den Bäumen nicht so schlimm finden und die Diskussionen bzw. die Aufregung nicht verstehen, haben wir einmal ein paar Infos zusammengestellt.

In den Guidlines von GC.COM ist nachzulesen:
Geocache-Verstecke beschädigen, verunstalten oder zerstören kein öffentliches oder privates Eigentum.
Caches sollen so platziert werden, dass die Umwelt vor absichtlicher oder unabsichtlicher Beschädigung geschützt ist. Es darf kein Objekt oder Eigentum zerstört oder verändert werden, um ein Versteck, einen Hinweis oder Hilfsmittel zu platzieren.
Quelle: http://www.geocaching.com/about/guidelines.aspx#propertydamage

Für Privatgelände/-besitzt gilt nach StGB der Paragraph 303. Nach § 303 StGB lautet die Definition für Sachbeschädigung:
(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
(3) Der Versuch ist strafbar.
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__303.html

Für öffentliche Gelände gilt nach StGB der Paragraph 304. Nach § 304 StGB lautet die Definition für Gemeinschädliche Sachbeschädigung:
(1) Wer rechtswidrig Gegenstände der Verehrung einer im Staat bestehenden Religionsgesellschaft oder Sachen, die dem Gottesdienst gewidmet sind, oder Grabmäler, öffentliche Denkmäler, Naturdenkmäler, Gegenstände der Kunst, der Wissenschaft oder des Gewerbes, welche in öffentlichen Sammlungen aufbewahrt werden oder öffentlich aufgestellt sind, oder Gegenstände, welche zum öffentlichen Nutzen oder zur Verschönerung öffentlicher Wege, Plätze oder Anlagen dienen, beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer in Absatz 1 bezeichneten Sache oder eines dort bezeichneten Gegenstandes nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
(3) Der Versuch ist strafbar.
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__304.html

Kommen wir zu der Argumentation, dass Jäger, Förster und die Damen und Herren vom NABU Schilder (oder auch Niestkästen) an Bäumen mit Nägeln oder Schrauben befestigen. Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht das selbe. Was ist damit gemeint? Wenn diese Leute sowas tun, sind sie dafür verantwortlich. Jeglicher Schaden, der entsteht, geht auf ihre Kappe. Der Schaden von euren Schrauben und Nägeln habt ihr zu verantworten.

Noch ein kleines Rechenbeispiel für den Fall, das ein Baum durch eine Schraube anfängt zu faulen:
Die Preise für Holz werden einmal im Jahr festgelegt und variieren je nach Durchmesser des Stamms und Sorte des Baumes. Der Preis für Brennholz entspricht ca. 1/4 dieses Preises. Nehmen wir also einmal an:
Eichenstamm mit 12 Festmeter der Stärkeklasse 4 Güteklasse B liegt bei ca. 230 Euro/Festmeter. Somit hat der Stamm beim Verkauf einen Wert von 2670 Euro. Sollte der Stamm jedoch faulen liegt der Wert bei nur noch 690 Euro (Brennholz). Somit läge der Schaden bei 1980 Euro.

Wir hoffen, dass wir nun einige Leute zum Nachdenken gebracht haben.

4 Gedanken zu “Schrauben in Bäumen

  1. Ein sehr schöner Artikel. Leider meinen viele Cacher, Schrauben in lebendes Holz zu drehen wäre okay. Schließlich schreit der Baum nicht sofort laut auf. Das jeder Baum irgendwann gefällt wird und man weder selbst mit der Motorsäge in eine Schraube sägen möchte, noch daneben stehen möchte, wird leider komplett vergessen.

    Ich wünsche mir einfach, dass mal jemand einen Nagel in den Kotflügel des Autos derjenigen Owner schlägt. Das Auto geht davon nicht kaputt, fährt immer noch und ist auch nicht unsicherer. ABER: Der Wert des Fahrzeugs sinkt deutlich – genauso verhält es sich mit Bäumen.

  2. Die ganze Diskussion um »Schrauben in Bäumen« ist insofern völlig überflüssig, als dass Groundspeak als Seitenbetreiber sich mehrfach klar geäußert hat, dass Schrauben in Bäumen nicht akzeptabel sind.

    Es ist deswegen völlig egal, ob es sich um lebendes Holz, vermeintliches Totholz oder einen Bruchwald handelt und man eine verzinkte Schraube verwendet hat, die angeblich dem Baum nicht schadet, oder nicht: Das HQ definiert die Spielregeln und damit sind inhaltliche Diskussionen, die gebetsmühlenartig wiederkehren, wenn ein betreffender Geocache archiviert wird, schlicht irrelevant!

    Bei Opencaching kenne ich mich nur bedingt aus, habe aber im Ohr, dass dort das BGB (also die geltenden Gesetze) die dortigen Regeln darstellen. Insofern scheiden nach den obigen Ausführungen auch auf der Plattform Schrauben in Bäumen aus.

    Allerdings waren bei meiner kleinen Fahrradtour Anfang März von 22 Funden 8 welche, die fest mit Schrauben im Baum befestigt waren … Es wäre wünschenswert, wenn hier bald ein Bewusstseinswandel eintreten würde.

  3. Leider hat mir die Sache mit den Schrauben einen putzigen Trail bei uns in der Nähe etwas verleidet. Der Owner hat dabei eine Serie wirklich nett gemachter Tradis in einem Landschaftsschutzgebiet gestaltet, aber an einer Stelle eben auch “herumgeschraubt”.
    Nachtrag zu den Don’ts: Manche Owner vermeiden das Schrauben, indem sie stattdessen ihre Behälter mit irgendeinem Kunststoffseil befestigen, das zwar witterungsbeständig ist – aber eben auch nicht mitwächst, wenn der Stamm dicker wird und der Cache sich eines langen Lebens erfreut.

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