Lostplace (Ab ins Archiv)

Warung: Dieser Artikel ist nichts für “Lostplace-Junkies”!!! Jegliches weiterlesen erfolgt auf eigene Gefahr!!!

Irgendwie kann man es nicht verstehen, wie einige Leute (scheinbar mit Vorsatz) einem das Hobby Geocaching kaputt machen wollen. Aber von Anfang an.
Am 4. Februar lasen wir über Twitter von StoerteBreker folgenden Tweet:

Falsche Angaben gegenüber dem Reviewer sind doof, Drohungen und ähnliche Kommentare auch: http://coord.info/GC426DY

Dies machte einen doch neugierig, was da denn vorgefallen war. Bei dem Cache handelt es sich um einen LP-Multi in Niedersachsen mit 409 Logs und 272 Favoriten-Punkten, der archiviert wurde. Was zwischen Owner und Reviewer vorgefallen ist, interessiert uns nicht, da wir keine Vorgeschichte dazu haben. Also konzentrieren wir uns auf die Fakten die uns zur Verfügung stehen:

  1. Wenn in Deutschland ein Gebäude leer steht und langsam verfällt, heißt das nicht, dass es keinen Eigentümer gibt.
  2. Durch die Rechtslage wird kein Eigentümer eine Genehmigung für einen LP geben, wenn die Gefahr besteht, dass Personen zu Schaden kommen können (§823 BGB).
  3. Wenn also keine Genehmigung vorliegt, begeht der der Geocacher automatisch Hausfriedensbruch (§123 StGB) – in seltenen Fällen kann die Anklage auch Einbruch lauten (§243 StGB)

Soweit der kleine Exkurs in Paragraphen-Dschungel.
Bei der Betrachtung dieser Punkte können wir nicht so ganz nachvollziehen, wie dieser Cache so viele Logs und Favoriten-Punkte erhalten konnte. Ist es Unwissenheit? Schwer zu glauben, wenn man sieht, wie viele Funde einige der Logger auf der Uhr haben. Ist es Ignoranz? “Egal wem die Hütte gehört – den Cache machen wir nun!!!”.

Nach einem Anruf von einem Cacher aus der Region bekamen wir Klarheit:

Wenn die hier nur Lostplace hören, läuft es einigen Leuten schon feucht das Bein runter. Das ist da nichts Ungewöhnliches.

Also leider doch das Letztere 🙁

Aus Erfahrung wissen wir, dass einige gleich wieder mit dem Standard-Argument um die Ecke kommen: Das ist nur ein lokales Problem, was mal wieder nur unnötig aufgeblasen wird. Ist es aber leider nicht, da wir schon oft genug in der Presse im gesamten Bundesgebiet lesen durften, dass Geocacher auf einem Lostplace von der Polizei oder Wachpersonal aufgegriffen wurden. Im besten Fall wurden nur die Personalien aufgenommen. Im schlechten Fall gab es eine Anzeige. Und als wäre dies nicht schon schlimm genug – wenn die Presse davon Wind bekommt, gibt es weitere Negativ-Schlagzeilen zum Thema Geocaching.

Und wofür? Für eine Tupperdose? Für ein +1 in der Statistik? Für den Kick? Ist es das wirklich wert? Für einige Leute anscheinend schon.

Wie sieht also das Fazit am Ende aus? So wie es in den letzten Monaten immer wieder aussah:
Ein kleine Gruppe von Geocachern schafft es mit ihrem Tun einen Teil dessen wieder kaputt zu machen, was andere mühsam z.B. auf der Jagd & Hund aufgebaut haben.

Vielen Dank 🙁

1 Gedanke zu “Lostplace (Ab ins Archiv)

  1. Auf zur Suche an Leitplanken oder Micros im Wald mit zwangsläufig ungenauen Koordinaten. – Aber das scheint ja auch problematisch zu sein, weil Hobby-Jäger um ihre Pfründe bangen und Naturschutz vorschieben…..

    Ein Zitat Lost-Place betreffend, dem ich uneingeschränkt zustimme:

    Das Buch ” Hoeckers Entdeckungen ” beschreibt das Erkunden von Lost Places mit tollen Fotos. Die Autoren Erik Haffner, Bernhard Hoecker und Tobias Zimmermann schreiben im Schlußwort.
    Zitat: “Danke….der gesamten Geocacher-Gemeinde, durch die wir auf diese Orte gekommen sind, mit Ausnahme derer, die für andere die Eigenverantwortung übernehmen wollen.”

    Ich meine, dass das ein wirklich treffender Satz ist.
    Also bis dann im Wald. ähhh – am tollen Lost Place ! – Oder zwangsläufig an einer Leitplanke ?

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