Der will einfach nicht mit mir reden

Bis jetzt kannte ich das Verhalten nur aus Erzählungen – nun habe ich es selbst erlebt.

Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, daß ich auf einem Event auf einen Cacher traf, der mir sein Leid klagte. Es ging um Erlaubnisse für Caches. Er hatte sich schlau gemacht und heraus gefunden welcher Förster für einen bestimmten Waldabschnitt zuständig ist. Hier wollte er gerne eine Dose platzieren. So versuchte er Kontakt aufzunehmen. Doch der Förster hatte gar kein Interesse an seinem Anliegen und lehnte jeden Dialog ab. Was nun? Aussage des Cachers:

Ist mir doch egal – ich lege die Dose trotzdem. Ob mit oder ohne Genehmigung. Ich wollte mir ja eine Genehmigung holen aber der wollte ja nicht mit mir reden.

Ich hätte gerne nach dieser Aussage einen Spiegel zur Hand gehabt. Dann hätte ich meinen verwirrten Gesichtsausdruck bewundern können.
Zunächst finde ich es lobenswert, daß der Cacher sich gekümmert hat. Er hat den Weg eingeschlagen, den jeder Owner gehen soll – sich eine Erlaubnis (am besten schriftlich) für seinen Cache besorgen und damit unseren eigenen Spielregeln zu folgen. Doch leider endet hier mein Lob schon. Nach dem Motto: Wenn du nicht willst, mache ich was ich will. Das kann es doch nicht sein.
Wenn ein Förster, Jäger oder Grundstückseigentümer kein Interesse an Geocaching hat, schmeisst man ihm doch nicht aus Trotz eine Dose vor die Füße? Wo kommen wir denn da hin, abgesehen davon, dass eine solche Aktion unser Hobby in Misskredit bringt?!

Checkbox
Wenn man es genau nimmt kommen wir da hin, wo wir bereits sind. Denn nur die wenigsten Caches in Deutschland wurden wirklich mit einer Erlaubnis (egal ob mündlich oder schriftlich) gelegt. Das teilweise auch historisch bedingt. Es war ja mal ein Hobby im Geheimen.
Sicherlich wäre es schön gewesen, wenn es zu einem Dialog zwischen Förster und Cacher gekommen wäre. Schön wäre es auch gewesen, wenn man zusammen eine für beide Seiten akzeptable Stelle für die Dose gefunden hätte. Doch in diesem Fall hat es nicht geklappt. Das der Cacher mit der Situation nicht glücklich war, kann man nachvollziehen. Die Folgeaktion erinnert jedoch nur noch an die Trotzreaktion eines Kindes. Warum ist es so schwer zu akzeptieren, daß es Menschen auf diesem Planten gibt, die nichts (mehr) mit unserem Hobby zu tun haben wollen? Warum muss man diesen Menschen mit Trotz begegnen?

Auch wenn uns manche Entscheidungen missfallen, sollten wir nicht vergessen, dass wir unser Spiel überwiegend auf dem Eigentum anderer Menschen spielen. Ob sie es dulden mögen, dürfen sie entscheiden, aber aufzwingen lassen, müssen sie es sich nicht.

5 Gedanken zu “Der will einfach nicht mit mir reden

  1. weißt du denn ob der Förster überhaupt was gegen Geocaching hat?
    Vielleicht hat er einfach kein Bock sich mit so einem Kinderkram auseinanderzusetzen und Dosen wären ihm auch egal??? …das sind of viel beschäftigte Menschen…

    … auch ne Möglichkeit … oder?

  2. Ich finde die Reaktion des Cachers durchaus verständlich, wenn auch nicht richtig. Wenn man es aber genau betrachtet, geht es den Förster auch nichts an ob da eine Dose liegt oder nicht. Förster sind in den meisten Fällen nur Verwalter, nicht aber Besitzer des Waldes.

  3. Eine Begebenheit, die mehr Fragen als Antworten aufwirft. Hat der Betreffende dem Förster ne Mail geschickt und keine Antwort bekommen – oder hat der Förster am Telefon o.ä. persönlich bekundet, daß ihn das nicht interessiert?
    Für Ersteres gibts wohl zig Gründe – Letzteres finde ich (falls die Antwort nicht lautet: Mir egal) eher weniger bürgernah. Und interpretationsfordernd. Vielleicht hat der gute Mann aber auch nur Sorge, daß sich seine Verkehrssicherungspflicht erhöht, wenn er etwas von Caches weiß.

    Ob man da ne Trotzdose legen muß, sei mal dahingestellt. Verstehen tu ich das vom Förster aber nicht wirklich. Und ist auch nicht meine Erfahrung bei sonstigen Anfragen (nicht Cache-betreffend).

    Gruß Zappo

  4. Ich denke, ein Förster und der Eigentümer hat auch die PFLICHT zur Reaktion. Es könnten sich ja auch plötzlich Gefahrenquellen auftun (große Löcher, wackelnde Bäume…) Und dann MUSS der was tun, wenn das jemand meldet — Also: Dieser Bürokram gehört zu den Pflichten einer Aufsichtsperson. Sollte der dieser Pflicht nicht nachgehen, ist das ein Versagen. Dass der Förster nichts gegen einen Cache einzuwenden hat, ist eine anzunehmende Unterstellung.
    Es geht hier also nicht um “ich mache es TROTZ eines Verbotes” (das wurde ja nicht ausgesprochen), sondern um “Ich nehme an, dem ist das egal!”.
    Dabei vermute ich mal, dass die Kontaktdaten korrekt waren. Ich würde sogar annehmen, dass die bei Privatleuten irgendwo an den Grundstückgrenzen angegeben sein müssen. Und andere Ver-/Ge-bote müssen da auch stehen.

  5. Ich erlaube mir einfach mal einen Kommentar (mit dem Hinweis, dass ich kein Jurist bin):

    In Deutschland ist nicht alles automatisch erlaubt, nur weil es nicht explizit und/oder vor Ort verboten ist. Vieles ist durch Gesetze geregelt und von einem mündigen Bürger kann m. E. auch erwartet werden, selbst herauszufinden, was erlaubt ist und was nicht. Der Respekt vor Fremdeigentum gehört dazu.

    “Ich denke, ein Förster und der Eigentümer hat auch die PFLICHT zur Reaktion.”
    Nö, denn: §2 LFoG NRW / §14 Bundeswaldgesetz:
    “(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus den Bestimmungen dieses Gesetzes oder aus anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben. Das Betreten des Waldes geschieht insbesondere im Hinblick auf natur- und waldtypische Gefahren auf eigene Gefahr. Zu den natur- und waldtypischen Gefahren zählen vornehmlich solche, die von lebenden und toten Bäumen, sonstigem Aufwuchs oder natürlichem Bodenzustand ausgehen oder aus der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes entstehen.”

    “Dabei vermute ich mal, dass die Kontaktdaten korrekt waren. Ich würde sogar annehmen, dass die bei Privatleuten irgendwo an den Grundstückgrenzen angegeben sein müssen.”
    Nein. Zudem sind kleine Privatwaldparzellen teilweise sogar nur wenige Quadratmeter groß. Das gäbe einen respektablen Schilderwald.

    “Und andere Ver-/Ge-bote müssen da auch stehen.”
    Nicht zwangsläufig. Einige ergeben sich automatisch aus dem LFoG; insb. §§ 3 und 4, andere aus Naturschutzgründen. In letzterem Fall können Schilder auf ausgewiesene Schutzzonen hinweisen müssen es jedoch nicht zwangsweise (z.B. auf gesetzlich geschützte Biotope).

    Mir ist zudem nicht bekannt, dass Grundeigentümer oder -verwalter auf Anfragen von Privatpersonen reagieren ‘müssen’.

    Das Fazit ist einfach:
    Wir spielen unser Spiel auf vorwiegend auf Fremdeigentum und sollten das Eigentum achten. Das bedeutet auch, dass alles zunächst verboten ist, was nicht explizit (durch Gesetze/Verordnungen/…) erlaubt ist. Für alles weitere hat man sich eine Erlaubnis zu besorgen. Erhält man diese nicht (egal aus welchem Grund), muss man von einem Verbot ausgehen. Und genau das beschreibt die Guideline ebenso:

    “Alle örtlichen Gesetze und dokumentierten Regelungen zur Landnutzung müssen eingehalten werden.”

    “Du holst Dir die Erlaubnis des Grundbesitzers und/oder des Verwalters, bevor Du einen Geocache auf privaten oder öffentlichen Grund versteckst.
    Mit Einreichen eines Geocache-Listings versichert Du uns, dass Du eine entsprechende Erlaubnis hast, den Geocache in dem gewählten Gebiet zu verstecken.”

    Ist eigentlich eindeutig, oder?

    TJ.

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