Suse Heul und die Ungerechtigkeit

Haloa!

Suse Heul (Name vom Autor geändert) ist frustriert und erklärt das jedem / egal, ob er es hören oder lesen will.
Sie macht dieses Geocaching, aber nicht das „langweilige“. Döschen hinterm Baum direkt am Weg interessieren sie nicht. Sie muss auf den Baum hinauf, in die Kanalisation hinein und auf den LostPlace. Und weil T5 ihre Passion ist, will sie selbst auch nur solche Dosen legen.

Leider mit Handicap, denn sie wohnt in NRW und damit nimmt ihr vermeintliches Martyrium seinen Lauf.

Immer wenn sie eine in ihren Augen ach so besondere Dose legen will, fragt irgendein freiwilliger Regelkonformitätsbegutachter nach einer Erlaubnis. Erlaubnis für Kletterdosen. Erlaubnis für LostPlaces. Erlaubnis für Nachtcaches. Erlaubnis für Kraftpfade. Warum nur dafür? Warum nicht für den, wie sie sagt, „Dreckstradi“ hinterm Baum?

Und das Schlimmste: Ihre Bekannte im Bundesland nebenan konnte solche Kletterdosen legen, ohne dass irgendwer gefragt hat. Eine Ungerechtigkeit sondergleichen. Von wegen, das wird überall gleich gehandhabt. Vorwurfsvoll weht ein Hauch von Willkür durch den Raum und lässt sie rot sehen…

Suse, liebe Suse, wer raschelt im Baum,
ganz ohne Erlaubnis bleibt’s für Dich nur ein Traum.

Föderalismus“ ist das Zauberwort und darum Naturschutz wie auch einiges andere mehr Sache der Länder. Es gibt zwar Bundesgesetze, doch können in der Umsetzung auf Länderebene verschärfende Regelungen getroffen werden. So ergeben sich daher zwangsläufig regionale Unterschiede.

Beispiel: In NRW dürfen außerhalb eines NSGs und außerhalb von Schutzzeiten ggf. noch Höhlen oder Erdkeller betreten werden. In Rheinland Pfalz ist das hingegen zum Zwecke des Geocaching bereits ganzjährig verboten.

Somit gelten in Deutschland je nach Gesetzeslage von Bundesland zu Bundesland und ggf. von Kommune zu Kommune auf Grund von Verordnungen und Satzungen unterschiedliche Bestimmungen. Vielerorts wurden in Sachen Geocaching bereits generelle Absprachen getroffen, welche Versteck-/Suchweisen seitens der Behörden, jeweiligen Kommunen oder Interessengruppen (Jäger, Waldbesitzer,…) in der Regel geduldet werden und welche ggf. einer expliziten Erlaubnis bedürfen, nämlich die, die regelmäßig Probleme verursachen.

Da steht Suse nun und die ganzen Präzedenzfälle aus dem Nachbarbundesland helfen ihr nicht weiter, zumal es Präzedenzfälle lt. Guideline auch gar nicht gibt. Und das ist gut so, denn wer weiß schon, ob die Informationen, die dem freiwilligen Regelkonformitätsbegutachter vor Freischaltung zugänglich gemacht wurden, vollständig waren und der Wahrheit entsprachen.

Das interessiert Suse jedoch nicht.
Weil sie nicht akzeptieren kann, dass sie Fremdeigentum nicht so beschädigen darf, wie’s ihr gerade passt, innerhalb dieses Hobbies, dessen Regel sie nicht so beugen kann, wie sie will.
Also regt sie sich auf. Zumal die Erlaubnis einer „Rotzdose“ an einer Leitplanke oder hinter einem Baum lt. ihres Halbwissens niemals abgefragt wird, weswegen man sie postfaktisch auch nicht benötigt.

Suse sieht die Welt,
leider immer wie sie ihr missfällt.

Arme Suse.

…schreibt bar jeglichen Bedauerns
TJ.

2 Gedanken zu “Suse Heul und die Ungerechtigkeit

  1. Ich wusste gar nicht, dass die Sache mit dem Hausfriedensbruch in unterschiedlichen Bundesländern verschieden gehandhabt wird; Sachen gibbet.

  2. Diesen Blogartikel musste ich zweimal lesen, um zu verstehen was der Verfasser dieser fiktiven (oder nicht) Geschichte uns sagen möchte. Vorweg: es ist klar, daß es in den jeweiligen Bundesländern unterschiedliche Regelungen gibt, was z.T. ja auch nicht unbegründet ist. Natürlich darf man sich als Cacheowner dann auch mal brüskieren, wenn vor dem geplanten Cache ein Riegel geschoben wird. Das ändert dann aber trotzdem nichts.
    Was mir an dieser Geschichte ein wenig aufstößt ist der Umgang mit den Wörtern “Langweilige “, “Rotzdose” und “Beschädigung von Fremdeigentum” in Verbindung von T-5ern und Lostplaces.
    Natürlich gibt es sie, die langweiligen Rotzdosen. Auch wird die Mehrheit aller Cachesuchenden diese Art der Dosen, den Tradi hinter der Leitplanke, den Petling im Efeugestrüpp weiterhin suchen. Aber es gibt auch die Cacher (und es werden immer mehr), die sich nicht mehr dafür aufmachen und danach suchen, sich bücken. Beim Geocaching ist es wie z.B. beim Sport. Irgendwann, wenn man die Fähigkeiten (wie beim Fußball/Handball etc.) erlernt hat, reicht es dem einen oder anderen Sportler nicht mehr in der alleruntersten Liga rumzudümpeln. Er sucht nach neuen Herausforderungen. Den meisten andern Sportlerfreunden reicht es aber vollkommen, sich in mit der bisherigen Teamgemeinschaft auf Anfängerniveau zu tummeln. Den geht es dabei dann mehr um die Geselligkeit. Dem, der sich damit aber nicht abfinden möchte, der sich bei diesem Sport weiterentwickelt hat, reicht sowas aber dann nicht mehr. So ist es auch beim GC. Da reicht dem einen oder anderen Cacher dann nicht mehr der gemeine Tradi am Wegesrand, da müssen andere Aufgaben her. Sei es die körperliche Herausforderung beim Klettern, die Spannung beim LP, oder verzwickte Denkaufgaben. Meist sucht der “Genusscacher” eine Mischung von allem. Denen reicht dann meist auch nicht die Tradibaumleitplanke, es sollte dann schon als ein feiner Multi oder Mystery verpackt sein.
    Jetzt steht in der Story was von “Beschädigung”….
    Mhmm… Ich finde, ein normaler Tradi im Wald am Wegesrand, etwas besser versteckt und mit etwas ungenaue Koordinaten, der ruft bestimmt mehr Beschädigungen im Umfeld hervor als die meisten T5-Caches. Und wenn man die übliche Frequentation von Multis/Mysteries gegenüber dem gemeinen Tradi vergleicht, dem hoherwertigen Caches noch ein paar Sterne mehr verleiht, ist das Schadensrisiko bei der Rotzdose um ein Vielfaches höher. Und was bitte soll man bei den meisten Lostplaces denn noch als Sachbeschädigung begehen, außer eventuell das Final kaputt zu machen?
    Den Frust von Suse Heul kann ich schon ein bisschen nachvollziehen. Der eifrige Punktesammler wird da wohl er lächelnd den Kopf schütteln. Kommt eben immer auf die Betrachtungsweise an…

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