Eventmarathon und Mimimi in Chiemgau und Umzu

Eventmarathon und Mimimi in Chiemgau und Umzu

Haloa!

Ich fühle mich unangenehm. Seit Tagen. Ich bekomme das zwar für ein Stündchen oder zwei in den Griff, aber der Schweißfluss hört nicht auf.

Chiemgau 2017 – Ende Juli, Anfang August

Die Temperaturen liegen oberhalb von 32 Grad und die Luftfeuchte gefühlt bei 80 Prozent. Es sollte ein entspannter Urlaub werden. Burgen und Schlösser besuchen, Bootfahren, Bergwandern; Unternehmungen, die  man eben so macht, in Chiemgau, Berchtesgaden, Tirol und Salzburger Land. Sollte, denn es kam anders, ganz anders…

Lass uns mal nach Salzburg fahren

Sonne war angesagt. Also Duschen – ich fühlte mich frisch. Dann Sonnencreme – ich fühlte mich verklebt und ölte. Ab ins Auto, Klima an. Wir fanden ein Parkhaus am Fuße der Burg.

               

Sommerliche Temperaturen, Nieselregen und eine Regenjacke. Erste Reue in Sachen Sonnencreme machte sich breit. Nach gut 150 Stufen den Nonnberg hinauf bin ich nass. Mittlerweile regnete es in Strömen. Wir warteten den Regenschauer in netter Gesellschaft unter einem Torbogen ab. Ein kanadisches Ehepaar scheute ebenfalls die Nässe wodurch sich ein kurzes Gespräch entwickelte. Als der Regen nachließ gönnten wir uns ein Dösken und wurden mit dem ersten Blick über Salzburg belohnt.

Anschließend besuchten wir die Stiftskirche der Benediktinerinnenabtei Nonnberg. Ein Grüppchen AKs (Abkürzung nach Michi Mittermeier) flegelte sich auf den Kirchenbänken, was der Kühle des Gemäuers keinen Abbruch tat. Wieder draußen stellte sich die Frage ob wir zur Burg hinauf fahren oder gehen. Wir entschieden uns für letzteres und wagten den Aufstieg. Es nieselte wieder und an der Mauer des Wegs wurde gerade der Wettermann des ORFs gefilmt, der Anzug tragend im Regen über das kommende Wetter philosophierte. Den spontan keimenden Gedanken verwarf ich, ihn zu den Wetteraussichten zu befragen und ging weiter.

Der Regen nahm zu, die Wegsteigung auch. Irgendwann erreichten wir die Burg, die Kasse und nach Entrichtung des Wegezolls auch die Burgschenke, wo ich mich bei einem “Verlängerten” weitestgehend trocke legte. Dann erforschten wir die Burg. Es hat sich viel getan, in den letzten 40 Jahren und auf dem Museumsrundweg gab es viel zu entdecken. Auch durfte das obligatorische Dösken nicht fehlen, dessen Bergung unter den Augen der Muggel ein Abenteuer für sich darstellte. Gut, wenn man für solche Fälle ein „unartiges Kind“ dabei hat 😉

Für den Rückweg wählten wir die Bahn, da der Fahrpreis im Wegezoll enthalten war.

Wieder unten war der Dombesuch inklusive Krypta obligatorisch, danach führte uns der Weg u. A. zu den Katakomben, auf die ich ohne die zugehörige Dose wohl nicht aufmerksam geworden wäre.

Den abendlichen Abschluss bildete schließlich das 99. GC Round Table – Backhenderlevent zu dem wir nicht nur überaus freundlich empfangen wurden sondern alte Bekannte (wie den Sepp) wiedertrafen und einige neue Leute kennenlernten. Danke dafür.

Aschaucachen vs. Kampenwand

Ölen, Duschen, Eincremen, Auto, Klima, Aussteigen, Ölen.

Es war der Tag, an dem ich endlich den Pokal sehen sollte, den wir seinerzeit als Geocachinggruppe beim Priener Marktschießen erlangten. Dazu wurde ein abendliches Event ausgerichtet, doch vorher wollten wir noch ein paar Dösken suchen.

Nach dem ersten unspektakulären Fund fiel unser Blick jedoch auf die Kampenwandbahn, die plötzlich ein viel lohnenderes Ziel darstellte. Darum ließen wir Dosen Dosen sein und spazierten zur Talstation, um für 50 Euro (!) zwei Erwachsenen- und ein Kinderticket für die verbilligte (ab 15:00 Uhr) Hin- und Rückfahrt zu erstehen.

Nach einer schaukeligen Mini-Gondelfahrt waren wir oben und konnten den herrlichen Ausblick genießen.

Wie schon erwähnt war es warm und mein GPS zeigte einen Tradi in gut einem Kilometer Entfernung. Na, wenn man schon mal hier ist, dachte ich, lassen wir uns doch das Dösken nicht entgehen…

Was bei 23°C eine Superidee hätte sein können, erwies sich bei 32°C als nicht so doll. Zumindest wollte die Holde ein Bild an einem Gipfelkreuz, was nicht allzuweit machbar war.

Von dort erschien der Weg zum Dösken zunächst auch nicht mehr so fern. Als wir jedoch an der nächsten Alm standen und feststellten, das das Dösken sich wohl nahe des  Chiemgaukreuzes befand, schwand mein Enthusiasmus deutlich.

Auf- und Abstieg erschien mir in der Hitze unter Berücksichtigung meiner derzeitigen Kondition zwar in drei Stunden machbar, doch sollte das Event schon zweieinhalb Stunden später beginnen.

“Lass es lieber”, sprach der innere Schweinehund und ich hörte auf ihn. Eine weise Entscheidung, wie ich auf dem Rückweg zur Bergstation, ölend mit Sonne im Gesicht fand. Dennoch machte sich Unverständnis breit, wo mich doch lauter Menschen ohne jegliche Schweißtropfen oder Atemnot umgaben.

Ich weiß zwar nicht, wann genau mir der letzte Hauch Kondition abhanden kam, aber ich vermutete einen Kausalzusammenhang mit der kontinuierlichen Gewichtszunahme in den letzten Jahren und nahm mir deshalb vor, daran etwas grundlegend zu ändern.

In dieser Gewissheit genoß ich die herrlichen Ausblicke bevor wir die Talfahrt in Angriff nahmen.


Weit gucken macht schließlich hungrig…

Ich vergaß sogar, das Dösken an der Talstation zu loggen.

Das abendliche Event gestaltete sich hingegen schick. Viele Bekannte, der ersehnte Pokal und ein schmackhaftes Schnitzel rundeten den lauen Abend ab. Und so machten Sepp und wir zum zweiten Mal das Licht aus.

Königsee, die Superidee

Ölen, Duschen, blos nicht Eincremen, Auto, Klima, Aussteigen, Ölen.

Wie blöd kann man sein, in der Urlaubssaison gegen Mittag am Königssee aufzuschlagen? Ziemlich!

Wir parkten auf einer großen Wiese, weitab der zugeparkten Asphaltparkplätze, die außerhalb der Saison normalerweise vollkommen ausreichen.


Wir überlegten am Earthcache, einer kleinen Bootsfahrt nach St. Bartholomä, Trompetenecho inklusive und standen kurz darauf ernüchtert vor einer Schlange Menschen, die für Tickets anstanden. Es wirkte wie eine riesige Händlermeile inklusive der Määnzer Schlange vorm Maze.

Überschlagsmäßig drei Stunden Schlange stehen kam nicht in Frage, darum planten wir um. Lass uns eben das Dösken dort heben, und dann vielleicht noch das dahinter und flugs fand ich mich schwitzend und hechelnd auf dem Malerwinkel-Rundweg wieder. Der Weg führte bergan, bergab, bergan, bergab, dies glücklicherweise größtenteils im Schatten und so erhielten wir herrliche Ausblicke auf den See, während wir die Dösken der Runde einsammelten.

Irgendwann auf dem Weg bergab attackierten uns die ersten Bremsen, was den Spaß trübte und uns die Lust verdarb. So sahen wir zu, dass wir zum Auto kamen und machten uns fast wörtlich vom Acker.

Weil Berchtesgaden quasi auf dem Weg lag, wollten wir eigentlich noch den lokalen Cachekramdealer besuchen, den wir neulich in Salzburg auf dem Event kennenlernten. Doch bei der vorherrschenden Hitze und unter Berücksichtigung unseres desolaten Allgemeinzustands (Geruch, salzverkrustete Shirts,…) sahen wir davon ab, obwohl wir wohl keine 50 Meter entfernt gewesen sein mussten. Aber manchmal sind Adressangaben ohne eindeutige Parkplatz und Haustürkoordinaten für Geocacher einfach nicht ausreichend.

Selbst die deutsche Bundespolizei wollte wohl mit uns nichts zu tun haben, denn nach gut einer halben Stunde Stop & Go vor der deutschen Grenzkontrolle (wir fuhren über Österreich) ließ man uns unbehelligt durch.

Kufstein, die Perle Tirols
Eventmarathon, die Dritte

Ölen, Duschen, blos nicht Eincremen, Auto, Klima, Aussteigen, Ölen.

Erster Halt: Earthcache Tatzelwurm Wasserfall, vorher eine mautpflichtige Privatstraße. Zahle 3 Euro oder du kommst hier nicht durch.

Unmittelbar am Weiler war ein Parkplatz frei, so hatten wir einen minimalen Fußweg zur oberen Brücke. Schick, wie sich das Wasser hier seinen Weg gesucht hatte.

Noch schicker gestaltete sich jedoch die untere Brücke. Nach einer kurzen Treppeneinlage fand ich mich auf einer wackeligen Holzbrücke wieder.

 

Der Blick von oben auf die Holzbrücke ist schick, der Blick von unten zur Betonbrücke schicker. Auch war es hier schön kühl. Seile und Ösen zeugen davon, dass hier zuweilen geklettert wird.

Wir setzten unseren Weg nach Kufstein fort und machten noch kurz an der Blauen Quelle  halt, ebenfalls ein Earthcache, wenn gleich etwas unspektakulärer als der Tatzelwurm.

In Kufstein parkten wir am Gasthaus, in dessen Biergarten das abendliche Event stattfinden sollte. Wir genehmigten uns ein kühles Getränk in der angenehm klimatisierten Wirtschaft, dann zogen wir los, um vor dem Event noch einige Döschen zu finden. Auf den Hängen zog es sich zu und es sah nach Regen aus.

Kennst Du die Perle, die Perle Tirols?
Jetzt ja.

Das Städtchen Kufstein, das kennst Du wohl?
Wie bereits erwähnt, ja.

Umrahmt von Bergen, so friedlich und still
was meines Erachtens etwas übertrieben ist, denn man kann auch in Richtungen blicken, wo kein Berg ist und laut ist es zudem

Ja das ist Kufstein, dort an grünen Inn,
ja das ist Kufstein, am grünen Inn.
Die Jodelei sparen wir uns jetzt.

Wir schafften es zum Bahnhof, dann setzte der Regen ein. Es schütte, wie aus Kübeln aber es kühlte ab. Nach gut einer halben Stunde schien wieder die Sonne und es wärmte schwül auf während wir zur Festung hinaufspazierten.

Die exorbitanten Preise für den Besuch schreckten uns allerdings ab, weshalb wir uns durch die Winkelgasse alias Auracher Löchl …

… zurück zum Eventort begaben, wo wir bei herrlichem Wetter  im Kreise der üblichen Verdächtigen erneut an einem schönen Event teilnehmen konnten.

Wieder war das Essen vorzüglich, die Getränke gut gekühlt und die Gespräche informativ. Und wieder war es spät, als wir mit dem Owner, einigen anderen und selbstverständlich Sepp zum dritten Male das Licht ausmachten.

Vampire in Traunstein

Ölen, Duschen, blos nicht Eincremen, Auto, Klima, Aussteigen, Ölen.

Es ist warm, schwül (wer hätte es gedacht) und wir wollten die Wege kurz halten. Dennoch lockten eigentlich diverse Elektronik-Caches des Marsbotschafters. Die lokale Miniaturvampircommunity der Gegend sah das uneigentlich allerdings ganz anders. Die erste Dose war gute 100 Meter von der Parkgelegenheit entfernt. Wir spazierten hin, sahen sie von der Straße aus in gut 10 Metern Entfernung und verließen die sonnige Straße in den Wald. Wir hätten an der Dose einige Zeit aufwenden müssen, um sie zu öffnen, aber leider ließ man uns keine Chance. Kaum standen wir, waren unsere Beine übersäht von blutrünstigen Mücken. Trotz aller Mordlust gaben wir auf. Offenbar haben die Marsianer einen Pakt mit den kleinen Blutsaugern geschlossen. Es war schon das zweite Mal, dass wir erfolglos und frustriert von dannen ziehen mussten. Alternativ hätten wir selbstverständlich das Dösken heben können, doch die Aussicht, als blutleerer Streuselkuchen zu enden, erschien mir nicht erstrebenswert.

Eventmarathon 4 – Schönram

Ölen, Duschen, blos nicht Eincremen, Auto, Klima, Aussteigen, Ölen.

Es war der Tag des Bieres und wir gaben auf, denn da waren sie wieder, meine drei Probleme:
– Hitze
– Schwüle
– Durst

Zum Glück gab’s auf einem Event Abhilfe, wenn gleich mit ein paar lästigen Fliegen, deren Mortalitätsrate in der Nähe einer einheimischen Cacherin mehr und mehr zunahm.
Das Essen war gut, das Bier auch und die Temperaturen fortlaufend freundlicher. Die Owner empfingen uns in zünftiger Tracht und die Zeit verflog.
Zu fortschreitender Stunde dezimierten sich nicht nur die Fliegen, sondern auch die Cacher, so dass am Schluss nur noch ein Tisch mit den üblichen Verdächtigen und den Ownern übrig blieb.
Lustig war’s. Informativ. Bierig.
Die Stimmung war quasi am Höhepunkt, als sich still und leise im Hintergrund eine Katastrophe anbahnte…

… wir sollten zahlen. Nun, nicht das mich das kalt erwischte – Zechpreller sind überall nicht gern gesehen, aber kurz nach 23 Uhr?

Niemand hätte gedacht, dass in einer Weltstadt wie Schönram mit überregional bekannter Brauerei um 23:30 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt und Ausgangssperre sowie absolute Ruhe angeraten sind.
Der naheliegende Lösungsansatz “Wenn’s draußen im Biergarten nicht geht, gehen wir halt rein” scheiterte am “das geht nicht, drin ist schon niemand mehr” der Bedienung.
Doch auch diese missliche Lage konnte mit einem Hauch Pragmatismus und Anarchie erfolgreich überwunden werden. Wir tranken langsamer, blieben sitzen und machten allen Widrigkeiten zum Trotz erst nach Mitternacht selbstverständlich nicht ohne Sepp das Licht aus.

Am nächsten Tag verließen wir den Chiemgau, der jetzt, wo ich weg bin mit moderaten Temperaturen aufwartet.
Für mich war es war eine der härtesten Urlaubsherausforderungen. Schwüle, Hitze, Stechgetier. Hohe Berge, tiefe Schluchten und viel zu viele Biersorten.

Trotz aller Widrigkeiten kann ich die Gegend jedoch nur empfehlen und der Artikel beschreibt auch lediglich die Glanzlichter der zwei Wochen. Wir haben selbstverständlich das eine oder andere Doserl gesucht, sind auf den einen oder anderen Hügel gestiegen, haben Eis gegessen und geschlemmt. Ich mag halt weder die Mücken und Bremsen, noch die Tinkturen und Sprays die sie abwehren sollen. Die Landschaft ist toll, es gibt richtig schicke Caches und die kleine aber feine Community ist Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen. Auf jedem Event nahm man uns freundlich auf und direkt fühlte man sich zugehörig. Daran darf sich manche Region gern ein Beispiel nehmen.

Danke dafür.

TJ.

… der mit der Holden, Chris und selbstverständlich Sepp alle vier Puzzleteilchen des “Chiemgau und Umzu” Eventmarathons erlangte. Dafür gibt’s zwar kein Souvenir, aber eine bleibende Erinnerung, …

denn das Wichtigste am Geocaching sind die Leute, nicht die Funde!

 

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