Das Camp

Haloa!

Tick Tack Tick Tack – die Zeit rennt!
Als Flo in der Nacht des 26.03.2017 zum VIIIten Mal ein Zeitdiebstahlevent ausrichtete, glänzte ich mal wieder mit Abwesenheit. Leider.
Denn ich befand mich gerade in Dosenhausen – Schneverdingen am Rande der Lüneburger Heide; genauer gesagt im Camp Reinsehlen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hielt man es für die ideale Umgebung für ein Großevent; zumindest, als man es seinerzeit für den April nächsten Jahres plante. Aber aus Gründen kam es dann doch nicht zustande und so wird es hier wohl auch nächstes Jahr so ausschauen, wie jetzt. Möglicherweise. Wenn nicht doch noch ein Event stattfindet. Spekulativ fielen bereits die Worte „vielleicht“ und „kleiner“.

Der eine oder andere wird sich nun vielleicht fragen, was ich dort wollte und wie es mich dorthin verschlagen konnte. Nur soviel – es hatte primär mit meiner Holden und einem ominösen virtuellen Flaggenstapel-Spiel zu tun. Sie wollte hin und benötigte mich als Fahrer.

So sind wir am Morgen des 25. recht früh los und haben gefühlte 10 Stunden gebraucht. Schnell fahren “durfte“ ich nicht, da es meiner Holden ab einer gewissen Geschwindigkeit, d.h. jenseits der Trödelgrenze nicht mehr möglich war, alle virtuellen Fähnchen zu stapeln. Also hängte ich uns hinter den nächst besten LKW, klickte den Tempomaten rein, lehnte mich entspannt zurück und ließ die Landschaft an mir vorbei schleichen. Meine Holde bekam davon indessen nichts mit, denn sie konzentrierte sich auf ihr mobiles Endgerät, die bunten Fähnchen im Display und darauf, keine zu verpassen.

Kaum angekommen saß ich, Stunden später, alleine dort herum, denn ich persönlich durfte an der höchstgeheimen Veranstaltung des handverlesenen Flaggenstaplerklientels nicht teilnehmen. Eine nach Podcast schreiende Ungerechtigkeit, wie ich fand und packte den Rekorder ein.

Es sollte ein eher ruhiger Solo-Podcast werden, ein Monolog quasi, mit atmosphärischen Anteilen und hoffentlich ohne Gebrummel. Neulich eröffnete man mir nämlich, unser Podcast sei im Auto quasi unhörbar, weil zu brummelig. Trotz Auphonic wohlgemerkt. Hier zeigt sich erneut, dass man nicht aus allem Shyce Gold machen kann. Ich bitte dennoch um Verständnis, dass wir uns für die wenigen Tonaufnahmen, die wir im Jahr zustande bringen, kein überzogenes Equipment anschaffen werden. Dafür sind wir zu sehr „Nische“. Aber genug des „Mimimis“

Ich verwandte meine Zeit, meine örtlichen Eindrücke für Euch und die Nachwelt zu konservieren und versuchte nebenher, mögliche Gründe dafür zu finden, warum es so gar nicht schlimm ist, dass das ehemals geplante Event hier ggf. nicht stattfinden wird.

Für den Fall dass das Thema schnell erschöpft sei, galt es im nahen Umfeld einige Dosen zu finden, so dass mir nicht übermäßig langweilig werden sollte. Darum plante ich, den Podcast zusammenstückeln, denn nichts lag mir ferner, als Euch mehr als notwendig langweilen zu wollen, zumal ich ohnehin meine derzeitige Husterei hätte heraus schneiden müssen.

So ging ich die nächstgelegene Dose aufsuchen, das Kaiserwetter und die gute Luft genießen und war gespannt, ob mir dabei ein Wolf begegnet. Dort sollten ja neulich welche gesehen worden sein und einer wurde sogar gefilmt.
Mir begegnete jedoch keiner. Angeblich sind Wölfe ja auch scheu und meiden den Menschen. Oder nur spezielle, so wie mich.
Urplötzlich stand ich mit angestecktem Mikrofon in der Weite der Heide,

versuchte mich in der Kunst der Tonaufnahme und der Wind nutzte es gnadenlos aus, dass ich keine tote Maus, d.h. keinen Winschutzpuschel für mein kleines Mikro hatte. Zwar kein Gebrummel dafür Gesause, Gehuste und konzeptloses Gestammel. Darum jetzt alternativ dieser Beitrag.

Wie wäre es nun, hier im März/April ein Event zu veranstalten?

Im Sommer wäre es mir persönlich wohl zu warm, denn Schatten gäbe es nur wenig. Auch liefe es dem Anspruch des Camphotels, den Besuchern Ruhe zu vermitteln, entgegen.

Wir residierten im „alten“ Camphotel und nicht in den Neubauten. Das „Zimmer“ war, wie angekündigt, ab 14:30 Uhr bezugsfertig und vom Parkplatz oder der Lobby aus über Holzstege erreichbar. Obgleich Schritte auf den Stegen laut schallen, ist von ihnen drinnen nichts zu hören und auch aus den (belegten) Nebenzimmern drang nichts durch.

Die Zimmeranlagen sind wie die Stege auf Stützen erbaut. Auf der Rückseite befindet sich ebenfalls ein Steg der als Veranda mitgenutzt wird. Dort kann man in bereitgestellten Stühlen die Aussicht auf die weite Campfläche genießen. Sofern man nicht müde in die herrlichen Betten fällt. Normalerweise schlafe ich die ersten zwei Nächte im ungewohnten Bett eher schlecht. Hier habe ich jedoch wunderbar durchgeschlafen.

Obwohl die Lobby mit kleiner Bar gut erreichbar war, gab es Speisen, somit auch das Frühstück, inklusive Verdauungsspaziergang im ca. 300 Meter entfernten Gasthaus. Allesamt handgemachte überaus schmackhafte Zubereitungen überzeugten abends ebenso wie das hochwertige, reichhaltige Frühstücksbuffet am nächsten Morgen.

Die Landschaft, obwohl die Vegetation noch nicht in voller Blüte stand, gefiel mir sehr. Die größte zusammenhängende Sandmagerrasenfläche Niedersachsens wechselt sich mit kleineren Wäldchen und Heideflächen ab. Kaum zu glauben, dass hier einst mit Panzern geübt wurde. Die Panzerwaschanlage zeugt davon.

Jetzt befindet sich in dem Bereich eine großer Hochseilgarten. Als Teambildungsmöglichkeiten werden dort u. a. auch Bogenschießen, Orientierungstouren und Floßbau angeboten.

Überhaupt wird an einigen Stellen des Camps mittels aufgestellter Tafeln über die ehemalige Nutzung des Camps informiert, weil sich einige Geocacher in Kooperation mit Camp und Tourismusbeauftragten eine teils beeindruckende Geocaching-Tour (nicht zu verwechseln mit GeoTour) mit einfallsreichen Caches zusammengebastelt haben.

So hatte ich einen herrlichen Tag und einige Kilometer bei Kaiserwetter in einer ungewohnten Umgebung, und das gewürzt mit einigen Caches. Sehr schick.

Abends stieß ich dann zwecks eines gemeinsamen Abendessens zur illustren Gesellschaft hinzu. Kaum war dieses vorüber, entschied man sich, noch einige Virtualitäten einzusammeln, wodurch ich an einer unfreiwilligen Nachtwanderung teilnahm. Absurderweise führte die Wegstrecke über jene befestigten Wege, die ich tagsüber schon erwanderte. So lief ich einige Kilometer erneut. Dennoch – die Spieler hatten allesamt keine Taschenlampe und erleuchteten die Wege lediglich per Handylicht. Schnell bildeten sich Grüppchen und ich ließ mich etwas zurückfallen.

Nachdem sich die Augen nach einigen Minuten adaptiert hatten genügte das Restlicht vollkommen, um auf der riesigen Freifläche der Magerwiesen den Weg nicht zu verlieren und fernere Details der Landschaft wahrnehmen zu können. Durch die weithin sichtbare Beleuchtung der Hotelanlage hätte man sich zudem nicht verlaufen können.

Am nächsten Tag zeigte ich meiner Holden noch einige Dosen-Glanzlichter vom vergangenen Tag und wir spazierten einige Stunden durch die Heidelandschaft, bevor wir den Heimweg antraten. Nachfolgend noch einige Bildchen zur Vorstellung.

Und wie es nun wäre, hier ein Event zu veranstalten?

Da bin ich zwiegespalten. Ich denke, ein Tagesevent mit einer moderaten Teilnehmerzahl ohne Händlermeile etc. wäre möglicherweise realisierbar und im Hinblick auf die Gegebenheiten und die Natur noch verträglich. Bei einer der üblichen Großveranstaltungen (Mega/Giga) hätte ich allerdings meine Bedenken, zumal wegen einiger hier lebender Bodenbrüter (Roten Liste der gefährdeten Vogelarten in Niedersachsen) das Betreten des Magerrasens vom 1. April bis zum 31. August verboten ist und Hunde an der Leine zu führen sind. Vor dem April ist es nachts ggf. noch kühl und das Wetter kann insgesamt zu unschön zum Zelten sein. 400 Personen ließen sich direkt vor Ort hoteltechnisch vermutlich nicht unterbringen und ab Haus verpflegen. Könnte man alle Angebote des Hochseilgartenbetreibers nutzen, ließen sich aber bestimmt auch Actionjunkies locken. Dennoch – es wäre wohl eine eher spezielle Zielgruppe, mit Sinn für Natur und Ruhe, die sich in der Weite der Fläche verteilen könnte. Also für mich.

Ich bin gespannt.

TJ.

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