Angelruhm im Herzogtum

Haloa!

Na, schon angeln gewesen?

Bedauerlicherweise spiele ich nicht auf die Sportfischerei an, obwohl mir so eine leckere fliegengefischte Äsche oder Bachforelle aus einem bachflohkrebsverseuchten Gebirgsquell frisch gegrillt oder gebraten gerade recht käme.

Nein, ich spiele auf die derzeit inflationär in Bäume gehängten PETlinge an, die vorzugsweise mittels Teleskopstielen oder -Angeln geborgen werden sollen; Baumangelcaches oder „Biltemas“ genannt, wobei letzterer Begriff eigentlich lt. Guideline wegen Werbung nie hätte Einzug in ein Listing halten dürfen.

Und warum das Ganze? Vermutlich, weil man sich ja unbedingt so’n Ausziehstiel kaufen musste, um irgendwo so eine tolle Angeldose vom Baum fischen zu können. Und damit der Neuerwerb nicht nach erfolgreichem Log sinnlos im Keller verstaubt, plagiiert man selber die ach so geniale Idee, am besten direkt dutzendfach und in Form eines Baumangelkraftpfads, um noch mehr Ausziehstielen einen Sinn zu geben.

Nun zieren derartige Vorformlinge allüberall in luftiger Höhe die Äste der Bäume und harren der Geo-Angler, die sie glückselig mit ihren neuerworbenen Teleskopangelstöcken bergen sollen.
Sofern sie sie sehen vorausgesetzt.
Blöd nämlich, dass die Dösken fast allesamt vor dem frühlinghaften Sprießen der Beblätterung aufgehängt wurden und somit in Kürze innerhalb des Blätterdachs verschwinden werden.

Wohl dem, dessen Teleskopstange eine ausreichende Festigkeit besitzt, die sichtbremsenden Äste zu entlauben, abzuschlagen oder sogar durch den Anbau eines Hochentasters abzuschneiden, um die eingeschränkte Sicht auf das jeweilige Objekt der Begierde umgehend wieder herzustellen. Am richtigen Baum vorausgesetzt, denn der Empfang kann ja zuweilen recht stark schwanken, unter dem Blätterdach im Wald.

Auch wenn der eine oder andere Leser vielleicht gerade ob dieses Absatzes beifällig nickt/e, muss ich darauf hinweisen, dass das nicht nur der Guideline widerspricht sondern möglicherweise den Unmut des Baumbesitzers heraufbeschwören könnte. Die Baumbeschädigung selbstverständlich, nicht das Nicken. Also Finger weg von solch rüden Methoden.

Da erscheint es sinnvoller, in ausreichender Entfernung (!) den nächsten Sturm abzuwarten, zu dessen Ende sich der T4,5 auf wunderbare Weise in einen T1,5 verwandelt haben wird – wenn gleich vielleicht ein bisschen off, aber irgendwas is ja immer.

Motto: Hingehen, loggen, liegenlassen – naturverträglicher wird’s nimmer.

TJ.

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