Vogelsang

Haloa!

“Eifler Sonntagsausflug” auf Vogelsang, einer ehemaligen NS-Ordensburg mitten im Nationalpark Eifel und mittendrin ein GC-Event mit spezieller Erlaubnis von geocaching.com – das könnte interessant werden. So dachte ich und fuhr hin…

Das Wetter ist herrlich und heute (30.04.2017) recht nah an kanarischen Verhältnissen – blauer Himmel, kaum ein Wölkchen, Sonne satt und stetiger (von Böen durchwachsener) Wind.

Auf den Hügel gehen oder fahren? Ich ziehe mir ein Parkticket und fahre den letzten Kilometer den Berg hinauf. Oben ist noch kaum etwas los und so habe ich freie Auswahl auf einer großen Betonplatte, die zu einer anderen Zeit wohl zu Wartungstätigkeiten genutzt wurde. Zumindest zeugen einige Betonrampen davon. Technischer Dienst an LKW oder Panzern?

“Vogelsang ip” (Internationaler Platz Vogelsang) blickt nicht nur auf den herrlichen Urftsee herab sondern auch auf eine bewegte Vergangenheit zurück.

Heute liegt der Ort inmitten des Nationalparks Eifel und beherbergt u. a. ein Besucherzentrum mit Restauration, Dauer- und Wechselausstellungen sowie eine große Nationalparkausstellung.

Und das heutige „Fest“. Innerhalb und außerhalb des Karrees sind einige Stände aufgebaut. Der Lernort Natur der Kreisjägerschaft Aachen ist vor Ort und hat allerlei Anschauungsmaterial mitgebracht. Ausgestopfte Tiere, wie z. B. Kitze, Dachse, Biber, Wolpertinger dazu Geweihe, Schädel, Hufe und vieles anderes kann angefasst, gestreichelt und in die Hand genommen werden. Kindern werden Hirschstangen an den Kopf gehalten, fürs Foto, fürs Familienalbum. Gute Laune, großer Andrang, viel Wissenswertes für Interessierte.

Ebenso informativ der Stand eines Besucherbergwerks.

Während auf der anderen Seite des Platzes Obstbrand und andere Erzeugnisse feilgeboten werden, erstehe ich eine… ein… nun… brezelähnliches Laugengebäck in Form eines Geocachinglogos. Lecker. Kauend sehe ich zu, wie der Wind unablässig Teile der Stände und Ausstellungsstücke wegbläst…

Parkranger von Wald und Holz sind vertreten und stehen für Gespräche zur Verfügung, ebenso wie Geocacher aus der Region, die nicht nur Muggeln das Hobby erklären. Sie haben Cachebehälter ausgestellt und einen großen hölzernen Logpilz.

Ich komme ins Gespräch und erhalte Empfehlungen für außergewöhnliche Caches in der Region. Hier sollen einige Owner weder Kosten noch Mühen gescheut haben, aufwändige Dosen zu legen, was bedeutet, ich muss wieder kommen und mich davon überzeugen. Landschaftlich ist’s hier ja ohnehin schön, aber Hügel, Wald, Bäche und Seen habe ich im Oberbergischen auch.

Auch der Verein Geocaching Rheinland e.V. ist vertreten. Dort erfahre ich (nichts wirklich) Neues in Sachen Landschaftsplan Köln. So sehr sich die Geocacher auch bemühen, gibt man sich (lt. Aussage meiner Gesprächspartner) seitens der Planer eher unkooperativ. Sind das Festhalten an gezielten Fehlinformationen und mangelnde Gesprächsbereitschaft Anzeichen darauf, dass durch die Änderung des Landschaftsplans möglicherweise „gewisse“ Interessen (ggf. privater Natur) bedient werden sollen? Lässt hier ggf. der „Kölsche Klüngel“ grüßen, wo doch in fast allen umliegenden Regionen auf den Dialog und ein Miteinander aller Parteien gesetzt wird? Fragen über Fragen. Dennoch ist man zunächst zum Abwarten verdammt.

Am späten Nachmittag schmerzen meine Knie. Herumstehen und klönen auf den Steinplatten des Platzes fordern ihren Tribut. Ich habe nicht viel gesehen, dafür recht viel erfahren. Wie’s noch vor einigen Jahren war, als die Belgier hier stationiert waren oder wo die Einheimischen verbotenerweise Schwimmen gehen. Wer die Knallercaches legt und welche Dose man unbedingt suchen muss. Wie man Probleme mit hiesigen Förstern und Jägern vermeidet und dass der Dialog immer noch der beste Weg ist, Konflikte konstruktiv zu bereinigen.

Auch habe ich gelernt, dass die örtliche Restauration dem Andrang größerer Menschenmengen nicht gewachsen ist und das manche Speisen großzügig interpretiert werden:

– Ich hätte gerne einmal Pulled Pork.
– Einmal (man beachte die Betonung) Puhllett Pork, gern, von der Pute oder vom Schwein?
– Vom Schwein bitte.

Aber sehr schmackhaft war’s.

Fazit:

Der Nationalpark Eifel ist eine Reise wert. Es gibt viel zu sehen, und bei Interesse einiges zu lernen, z. B. über die aufgearbeitete Geschichte dieses Ortes.

Auch hat sich in den letzten Jahren viel in Sachen Kooperation zwischen Jägern, Waldbesitzern und Geocachern getan. Vielerorts ist man miteinander auf dem richtigen Weg. Sicherlich wird es auf allen Seiten immer wieder jene vereinzelte uneinsichtige Hardliner geben, die auf ihrer Sicht der Dinge beharren, doch sollte man sich von denen nicht vom Weg abbringen lassen. So ist auch cachetechnisch hier in der Region einiges realisiert worden, was das Cacherherz höher schlagen lassen soll. Doch das muss ich beizeiten erst einmal selbst verifizieren. Da nehme ich zudem die Einladung zum Kaffee gern wahr.

Abschließende Notiz an mich: Es empfiehlt sich nicht, hier bei Kaiserwetter ohne Sonnenschutz herumzulaufen. Ich leuchte infrarot vor mich hin und mein Vorrat an Aprés Sun Lotion nimmt derzeit inflationär ab.

Bis bald im Wald
TJ.

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