TipiTipiTap II

Haloa!

Wie bereits im Podcast erwähnt, befand ich mich neulich in Walbeck am Niederrhein. Spargel sollte es da geben und Indianer. Bullenreiten und Bogenschießen, Tomahawkwerfen und ein Schloss. Viele Dosen lockten viele Sucher, eine Händlermeile lockte viele Käufer und das abendliche Zusammensein am Lagerfeuer bei Countrymusik las sich ganz nett…

… aber irgendwie war es dann doch eher surreal.

Die Anreise gestaltete sich gewohnt langsam, da das virtuelle Flaggensammeln meiner Holden die mir erlaubte Geschwindigkeit real stark einschränkte. Allen Unkenrufen zum Trotz kamen wir dennoch an und trafen auf dem Parkplatz auch gleich die ersten Bekannten. So beschritten wir gemeinsam den knapp einen Kilometer langen Pfad zum Tipi, der uns nebenher die ersten sechs Dösken bescherte.

An der Eventlokation angekommen, bemerkte ich links auf einer Wiese sogleich die Händlermeile, während sich rechts hinter einem Wassergraben das Schloss erhob.


„Wohlan, auf zu den Ritterspielen“, dachte ich bevor mein Blick auf ein aufgebocktes himmelblaues Kanu traf. Mit unzähligen Signaturen beschriftet präsentierte es sich ganz unindianisch aus Plaste oder GFK. Noch war mir nicht nach Loggen und ich schritt weiter, suchte und fand den Durchgang zum Eventgelände. Am Eingang erkannte ich den wohlbekannten Hut von Flo. Begrüßung. Nach einem kurzen Klön, wir sollten später noch ausreichend Zeit haben, beschaffte ich zunächst die vorbestellten Sachen. Das ging recht fix und ohne langes Anstehen. Etwas schwieriger erwies sich hingegen der Besuch der sanitären Einrichtungen. In einem Holzverschlag befanden sich links Duschen (?) und rechts vier Toiletten (?), deren wiederum drei benutzbar und eine temporär defekt war. Glücklicherweise war die Schlange überschaubar, sodass ich nicht lange warten musste. Hinter einer Tür fand ich glücklicherweise und wider Erwarten kein Plumpsklo sondern eine handelsübliche Toilette vor. Leicht irritiert vermisste ich zunächst einen Spülkasten, dafür fiel mir sofort ein ca. zehn Zentimeter großes rundes Loch in der Rückwand auf. Sind ggf. die Spanner hier so unverfroren? Als ich hineinblickte sah ich zumindest keinen, dafür die Taste des Spülkastens. Problem gelöst.

Vorbei ging’s danach am Grill, den Sanis und der Bullenreitbelustigung, an der sich meine Jungs umgehend anstellten, zum Karree der Händler und Spiele. Irgendwaswurf, Stelzenlauf, Bierkrugschieben, Hufeisenwerfen und Mixis Escape-Zelt waren besucht und auch an den Händlerzelten tummelten sich Leute; ein munteres Treiben allüberall.

Als meine Holde mir offerierte, dass Bekannte Dosen suchen wollen, ging ich mit. Kraftpfad-Rudelcachen ist zwar nicht meins, doch überwog die Aussicht auf unterhaltsame Bewegung. So klönten wir uns auf dem Indianerpfad von Dose zu Dose, während uns unzählige Pulks anderer Dosensuchern überholten, denn wir hatten den Berufströdler und die Trödelprinzessin im Team. Doch auch ich fand immer wieder Gründe am Wegesrand stehen zu bleiben, oder mir etwas anzuschauen oder gar anzuhören.

Da war zum Beispiel das Waldklassenzimmer. Ein Richtung weisendes Schild weckte meine Neugier; ich folgte ihm und fand eine Lichtung im Wald mit Schautafeln, Insektenhotel, Kräutergarten, Tafel, Nistkästen, Tischen und Bänken vor.

Anderen Ortes präsentierte sich der Inkognito-Sauerbraten.

Und dann war da noch der Krötenteich, dem ich ein kurzes, klägliches Tondokument abringen konnte. Das spielen wir demnächst im Podcast ein, oder machen es zum Intro.

Nach sieben oder acht Kilometern und mehr als zwanzig Dosen erreichten wir erneut das Schloss, wo ich ohne langes Suchen quasi zufällig Flo fand. Wir dachten daran, einen Podcast aufzunehmen, schnappten uns dazu zwei TBs in Form von Campingstühlen vom Grabbeltisch.

unter Fallschirm und Kronleuchtern

und setzten uns ins Tipidorf. Was dabei herauskam, kann bei Interesse hier gefunden werden.

Wäre da nicht das gespendete geräucherte Würstchen auf der Dosenwanderung gewesen, ich wäre garantiert zwischenzeitig verhungert. Darum gönnte ich mir nach der Aufzeichnung erst einmal ein Nackensteak im Brötchen als Nachmittagssnack, während die Jugend sich am Lagerfeuer an Stockbrot hielt.

Vollkommen unterkoffeiniert machte ich mich Gespräche und ein Stündchen später mit meiner Holden auf die Suche nach einem Kaffee. Im Schloss wurden wir fündig und so setzten wir uns in lockerer Runde in den Innenhof.

Das Wetter war herrlich und ein Schwenkgrill in Form eines Autoanhängers wurde angestocht. Erwartungsvoll sahen wir zu, wie Grillgut und Salate aufgefahren wurden, bis sich herausstellte, dass dies nur Gaumenfreuden für vorbestellte Gäste waren. Alles Reden nützte nichts, daher beschlossen meine Holde und ich, die Jungs einzusammeln. Auf dem Eventgelände war leider bereits nicht mehr viel oder noch nichts los. Der angekündigte Countrygesang entpuppte sich als Sänger mit Gitarre, der zwar allerlei Songs in seinem Repertoire vorhielt, jedoch nichts, was uns begeistern konnte.

Daher endete die Veranstaltung für uns früher als erwartet und wir spazierten bei tief stehender Sonne zum Parkplatz zurück.

Fazit:
Im direkten Vergleich hat mir die Lokation des Tipi I besser gefallen. Ich empfand sie als weiträumiger und habe sie thematisch als authentischer und mit viel mehr Indianeren in Erinnerung.
Die Neuauflage wirkte gedrängter und einige Elemente wollten nicht so recht zueinander passen. Tipidorf vs. Schloss vs. Elektrokronleuchter unter einem Fallschirm, ein schwadender Trecker auf der Wiese nebenan, die mit Gehörnen verzierten Holzschuppen.

und das blaue Plastekanu.

Gesangstechnisch konnten mich beide Veranstaltungen gleichermaßen nicht begeistern, aber das war in beiden Fällen nicht der Anspruch.
Es liegt mir jedoch gänzlich fern, damit die Leistung von Orga und Helfern schmälern zu wollen; zumal ich mich grundsätzlich wohl gefühlt habe, nirgends übermäßig lange warten musste und das tun konnte, wozu meines Erachtens solche Veranstaltungen da sind. Freunde treffen und klönen.

Danke dafür.

TJ.

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