Project Glück Auf 2016

Haloa!

Schichtbeginn!

Der Parkplatz an der Kokerei ist relativ leer, als meine Holde ihr Cachemobil abstellt. Vereinzelt sieht man Dosensucher während ich versuche, mich zu orientieren, um die Tageskasse zu finden.

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Gegen 16:30 Uhr erreiche ich die „Elektrowerkstatt“ – eine lange Schlange steht vor dem Eingang. Ich möchte nichts abholen sondern lediglich ein Tagesticket für Samstag erwerben, darf daher den Bypass benutzen und halte wenige Minuten später mein Einlassbändchen in der Hand. Glück gehabt – das geht ja gut los! Drinnen fällt auf, dass es augenscheinlich nur eine Schlange gibt, deren „Kunden“ auf den jeweils nächsten freien Platz verteilt werden. Geschickt; dadurch wird der subjektive Eindruck vermieden, dass es an einer anderen Kasse schneller geht und es geht gefühlt zügiger weiter.

Das Gebäude daneben beherbergt die Händlermeile. Auch hier herrscht schon ein reges Treiben und es wird emsig aufgebaut, während Türsteher verhindern, dass die Aussteller behelligt werden.

Vor Halle 12 treffe ich die ersten Bekannten und es ist Zeit für einen ersten Klön, während meine Holde ihr Helfershirt und meinen Presseausweis abholt und die nächsten Bekannten eintreffen…

Etwas später. Wir machen uns auf den Weg zur Kokerei, vorbei an zugewucherten Gleisen. Der Zahn der Zeit hat überall genagt, die Glanzzeit ist vorbei. Dennoch paart sich hier Park- mit LostPlace-Atmosphäre.

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Nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir die Abendveranstaltung. Gedränge vor einer Stellwand mit Stempelkarten. Was mag es damit auf sich haben?

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Wenige Minuten später erhalte ich die Auflösung, es ist die stilechte Logmöglichkeit. Ich organisiere mir am Tisch gegenüber eine Stempelkarte, stempele ein (wichtig: die Karte vom Gerät einziehen lassen!), hänge die Karte auf, geselle mich zu Freunden und verlebe einen entspannten Abend, während mir der eine oder andere ein Gewinnspielkärtchen reicht, auf dem ich doch möglichst irgendwo unterschreiben möge.

P1080648-Schichtbeginn

Irgendwann ist es dunkel, dann verebbt die laute Musik und der Platz leert sich. Tische und Bänke werden zusammengeklappt und weggeräumt. Die Orga und einige Helfer haben noch Nachtschicht. Und während die letzten die Bierbude verlassen, fahren wir ins Hotel.

Am nächsten Morgen ist immer noch Schicht (Project Glück Auf)!

Auch am Parkplatz, denn der ist voll. Glücklicherweise hat sich meine Holde als Helferin gemeldet und so kommen wir in den Genuss, nah am Geschehen parken zu dürfen.

Obwohl es noch früh ist, ist schon richtig was los. Viele sind gekommen und zeigen sich vom leichten Nieselregen unbeeindruckt. Durchgehende Bewölkung ist zwar vorhergesagt, doch Petrus hat andere Pläne. Plötzlich reißt der Himmel auf und die Sonne lugt hervor. Ein herrliches Wetterchen, und ein großes Getümmel auf dem Eventgelände prägt den Tag.  P1080695-Gewimmel

Hier merkt man so richtig, wieviele Menschen man im Laufe der Zeit durch dieses Hobby kennengelernt hat. Ich gehe wenige Meter, treffe jemanden, wir klönen. Wenige Meter weiter der nächste und so weiter und so fort. Die Stunden vergehen, es ist warm, leicht schwül und ich werde erst viel später merken, dass ich mir einen ordentlichen Sonnenbrand eingefangen haben werde.

Der Tag hält ein weiteres Glanzlicht für mich bereit. Endlich nach Monaten ist es wieder da, ein schwarzes Buch. Die Sache mit dem “Reisen” hat bislang nicht so ganz geklappt. Wer’s lesen und online loggen mag, darf zukünftig fragen, dann leihe ich es aus.

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Das Gelände bietet viele Perspektiven.

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Schön ist der Weg über die Köpfe hinweg, auf Gitterrosten, immer der Kette entlang, mit Blick aufs Gewimmel darunter.

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Kletterer hängen ab, Schlangen stehen vor den Catererwagen und überall wird geklönt, gecacht, geloggt, gepicknickt.

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Ein lebensgroßer Frosch lässt sich mit Cachern ablichten und tut es damit einer lebensgroßen Ameise gleich.

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Händlerstände draußen, Händlerstände drinnen.

P1080735-Hochweg und Händler

Kurz nach Mittag findet die Pressekonferenz statt, der ich beiwohnen darf. Nur wenige „Schreiber“ sind gekommen.

P1080667-Pressekonferenz

Rede und Antwort stehen Ralf Kurpas (m) und Alexander Grigo (2. v. r.) als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der Orga, Cindy Potter (2. v. l) für Geocaching.com, Andreas Kramer (l) für das Project-Komitee und Dirk Jöhle (r), der Leiter des Eventmanagements der Stiftung Zollverein. Man überreicht mir eine Pressemappe. Videos und Fotos werden gemacht.

Erster und zweiter Vorsitzender des GCV Ruhrgebiet referieren über die Auswahl der Lokation und die gute Zusammenarbeit mit der Stiftung Zollverein. Geschätzt sollen am Samstag (Hauptevent) 11.000 bis 12.000 Besucher auf Zollverein sein.
9.000 Einlassbändchen und alle Geocoins seien ausverkauft und nur wenige T-Shirts seien noch im freien Verkauf zu haben. Zirka 1.600 Personen wurden an diesem Wochenende in Führungen untergebracht und dies alles zusammen zeige das große Interesse der Menschen an diesem Gelände.

Anschließend wird sowohl auf die gute Zusammenarbeit mit der Stiftung Zollverein, als auch mit dem Project-Team und dem GC-Headquarter in Seattle hingewiesen; gefolgt von einem kleinen Abriss von Andreas Kramer über die Entstehung und weitere Entwicklung der Project-Idee.

Da mehrfach zur Sprache kommt, dass der Verein in Sachen Organisation einen hohen Grad der Perfektion gezeigt hat, bedankt sich Ralf Kurpas beim Orga-Team der Geo-Xantike, von der er, wie er sagt, im Vorfeld sehr viel lernen konnte und lässt nicht unerwähnt, dass das Team nächstes Jahr die Neuauflage des TipiTipiTap ausrichten wird.

In der anschließenden Fragerunde wird unter anderem gefragt, wie man sich fühlt, ob und was sich für jemanden persönlich verändert, wenn man Project wird und wie die Orga strukturiert ist.
Da das Event von einem Verein organisiert werde, läge die Verantwortung beim Vorstand. Zudem habe man sich professionelle Hilfe in Sachen Eventmanagement hinzu geholt, da z.B. Sicherheitskonzepte und Behördenangelegenheiten in der Regel nicht allein bewerkstelligt werden können, was nebenbei bemerkt auch einen zusätzlichen Kostenfaktor darstelle.

Auf die Frage, was mit einem möglichen Gewinn geschehe, antwortete Ralf Kupras, dass der Verein eine Kleinigkeit zurückbehalten, der größte Teil jedoch gespendet werde. Wohin stünde zwar noch nicht fest, erklärt Alexander Grigo, aber die Checkübergabe würde an geeigneter Stelle bekannt gemacht. Auch stellt der Vorstand in Aussicht, die Kalulation „grob“ offen zu legen, damit die Teilnehmer eine Vorstellung davon erhalten, welcher Kostenfaktor hinter solch einem Event stehe.

Frau Potter umreißt anschließend auf die entsprechende Frage, wie es zur Entscheidung kommt, ob ein Event “Mega” wird.
Nachdem das Event regulär veröffentlicht wird, stellt die Orga alsbald einen Antrag auf den Mega-Status und das Headquarter prüft, ob ausreichend Anmeldungen vorliegen und das Event den Guidelines entspricht. In den meisten Fällen lasse man das indirekt die Community entscheiden, denn wenn die Community das Event für eine gute Idee hält, werden sich ausreichend Teilnehmer anmelden. Allerdings merkt sie an, dass zu hohe Eintrittskosten oder Spammails der Organisatoren mit dem Ziel potentielle Teilnehmer zu gewinnen, dazu führen können, dass der Status nicht erteilt wird.

Nach gut 20 Minuten gibt es keine Fragen mehr und ich packe zusammen.

Wieder draußen bemerke ich eine „Dame“ in einem ungewöhnlichen aber mir bekannten Kleid. Es ist die Coin-Queen aus Ulm. Zeit zum Schwelgen in Erinnerungen…

Nach einem ausgiebigen Gespräch im Schatten eines Hubsteigers finde ich mich vor der Händlerhalle ein, aus der mir ein feuchtwarmer Schweißgeruch entgegen schlägt. Dem Gedränge an den Ständen entfliehen nach Luft schnappende Besucher. Das muss ich nicht haben. Und weil auch der Türsteher kein Unbekannter ist, klönen wir vor der Tür im Schatten und lernen ganz nebenbei neue Leute kennen…

Stunden später.

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Nach einem 0,2er Plastikbecher Cola für 2,50 € logge ich auf einem der wenigen freien Plätze der Lore, während von der Bühne dumpfe Trommelschläge schallen – Tonprobe. Sie dauert glücklicherweise nicht so lange, wie damals beim großen Apfel in Frankfurt und so stelle ich mich wenig später zur Verkündung des nächsten Projects in die Nähe der Bühne. Man macht es mal wieder spannend, bis das doch etwas überraschende Ergebnis über den Platz hallt.

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Ich persönlich hatte mir einen anderen Ausgang gewünscht und verlasse den Ort. Dort, wo den ganzen Tag über Gewimmel herrschte, ist es jetzt leer. Das Gedränge hat sich in Richtung Bühne verlagert und ich erblicke Flo an einem Tisch. Ich geselle mich dazu, und erlebe zufällig, wie Frau Potter am Stand nebenan gerade das Eventlisting zu „Maije im Saarland“ freischaltet.

Ich nehme mir die Zeit, mit der zugehörigen Orga zu klönen und gewinne im Laufe des Gesprächs den Eindruck, dass es ein nicht ganz so extrem überlaufenes, also eher feines familiäres Großevent à la TipiTipiTap werden könnte. Das werde ich mir auf jeden Fall anschauen, mit „Schwenker“ und allem PiPaPo und während man sich um mich herum über die ersten Anmeldungen freut, stelle ich fest, dass schon einige meiner Bekannten dabei sind.

Danach ist die Zeit mehr als reif, für ein Bier und ein Stück Pizza. Da ich seit dem opulenten Frühstück nichts mehr gegessen habe, hängt mir der Magen in den Kniekehlen. Die Preise sind zwar happig, aber wat mut, dat mut und so verpasse ich den ersten Teil der Show mit Leuten aus Ulm und Krefeld.

Als die ersten Dosenfischerklänge mein Ohr erreichen, gehe ich langsam rüber, die Holde suchen.

P1080785-Dosenfischer

Erinnerungen an Bremen und Ulm,

P1080791-Dosenfischer

ein letzter Becher im Stehen im Lichte einer Grubenlampe

P1080794-Abendstimmung

Verabschiedungen und auf der Fahrt zum Hotel einen kleinen Abstecher über den Drive-In einer Burgerschmiede…

… während die Orga dem verdienten Schichtende entgegen sieht.

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Schichtende (Schicht im Schacht)!

Sontag morgen gegen 10:00 Uhr – eine lange Schlange steht vor dem Sonnendach, das die Stempeluhren beherbergt.

P1080805-Schlange stehen

Glücklicherweise habe ich Zeit. Ein kleiner Klön hier, ein weiterer dort. Zwischendrin ein Kaffee, den mir meine Holde mitbringt, nachdem sie sich in einer 30-minütigen Schlange zum Kaffeewagen vorgekämpft hat.

Heute weicht der morgendliche Niesel zunächst der Sonne, weshalb wir uns in die überdachte Trödelecke verziehen. Wo gestern noch Reviewer Rede und Antwort standen, essen wir heute Eis in Gegenwart eines Papstes und warten auf Menschen aus dem hohen Norden. Als die Sonne einem ordentlichen Regen weicht, füllt sich das „Zelt“. Zwischendrin kommt tatsächlich ein Trödler und möchte T-Shirts verkaufen – ansonsten „vertrödeln“ wir lediglich gern unsere Zeit mit Freunden, bis zum großen Abschied.

Vor dem Stempelzelt ist nichts mehr los. Also schnell ausstempeln und die einsetzende Regenpause nutzen, um aufs Dach des Museums zu kommen und die Aussicht genießen zu können. Leider bleibt es bei der Rolltreppenfahrt, denn der kostenfreie Dachaufstieg mit Bändchen galt nur am Samstag.

Schade, aber irgendwas is ja immer…

Und so endet ein ereignisreiches Wochenende auf Zollverein. Viele haben die Möglichkeiten genutzt, die ich nicht einmal ansatzweise in Betracht gezogen habe. Für mich war es das, was ein Großevent für mich immer ist – ein Treffen mit Freunden.

P1080808-Abschied

Danke dafür!

TJ.

1 Gedanke zu “Project Glück Auf 2016

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