Maije im Saarland retrospektiv

Haloa!

Manche Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus, so auch dieses Mega Event. Nachdem ich letztes Jahr auf Zollverein eine Abordnung der Orga kennengelernt und ein Weilchen mit Ihnen gesprochen hatte, stand für mich fest, dass ich nach Losheim fahren würde. „Maijen – Freunde treffen“ steht für mich bei Großveranstaltungen ohnehin im Vordergrund, die Leute waren durchweg sympathisch und die Beschreibung der Lokation klang vielversprechend. Dieser Eindruck verstärkte sich mit jedem weiteren Mal, als ich sie wiedersah, ob in Koblenz oder Mendig, immer war Zeit für ein nettes Gespräch mit Kaffee, Kuchen bzw. „speziellen“ Keksen (Insider). Da das „Maije“ für uns keine Tagestour werden würde, bat ich bei einer dieser Unterhaltungen um ein paar Tipps, wo wir, unter Berücksichtigung meiner Mindestansprüche (ja, alte Männer haben die zuweilen), in der Nähe nächtigen könne. Zu meiner Überraschung bekam ich einige Wochen später eine Email, allerdings nicht mit einem Tipp – man hatte kurzerhand für mich (optional mit-)gebucht. Und so kamen wir zu einem Zimmer in eventnähe, wie die Jungfrau zum Kind.

Derart umsorgt, vergaß ich gar fast, mich offiziell anzumelden. Das fiel mir dann beim Zusammenstellen des Beifangs am Tag vor der Anreise auf, einer Anreise, die überwiegend geprägt war, von flaggenstapeliger Niedergeschwindigkeitströdelei. Dennoch sollten wir es zum Mittagsevent auf dem Eventparkplatz schaffen, was wir auch tatsächlich aufsuchten, nachdem uns klar war, dass wir unser Zimmer nicht vor der angegebenen Uhrzeit beziehen können.

Was tun, in zweieinhalb Stunden?

Zunächst war da das bereits erwähnte Mittagsevent, welches wir kurz vor Schluss noch erreichten. Danach spazierten wir gemütlich zum Eventgelände, um uns einen ersten Eindruck zu verschaffen. Es herrschte ein emsiges Treiben. Orga und Helfer waren im Stress, denn sie hatten noch einiges aufzubauen, doch obwohl wir definitiv ungelegen kamen, blieb etwas Zeit für einen ersten Klön und ein paar Fotos.

Die restliche Zeit bis zum Einchecken verbrachten wir mit einem kleinen Spaziergang oberhalb des Sees, zwei Dösken (eine schick und eine off) bzw. in einem Café mit See- und Aufbaublick.

Zurück im Hotel war unser Zimmer leider noch nicht bezugsfertig, weder zehn Minuten vor noch fünfzehn Minuten nach dem angegebenen Zeitpunkt. So gab man uns kurzerhand ein anderes Zimmer, was uns zusätzlich Balkon, See- und Eventblick, d. h. direkte Sicht auf den Eingangsbereich bescherte. Auf diese Weise konnten wir noch etwas entspannen, bis das Treiben vor dem Abholzelt kurz nach 15:00 Uhr den geeigneten Zeitpunkt zur Abholung der vorbestellten Devotionalien versprach.

Es war warm. Der Badesee lockte, doch viele Badegäste mussten vor dem Bauzaun umkehren. Das Strandbad als Teil des Eventgeländes blieb den „einfachen“ Badegästen am ersten heißen Badewochenende verwehrt. Für Eventteilnehmer war das Baden im See inklusive. (Wie ich beim Abschlussevent erfuhr, kauften sich einige Badegäste am Haupttag kurzerhand ein Tagesticket fürs Geocachingevent – der Preis erschien ihnen angemessen).

Nachdem ich unser „Zeug“ abgeholt hatte signierte ich zunächst den „Schwenker“ und traf dabei einen „alten“ Geocachingkollegen, den ich lange nicht mehr auf Events gesehen hatte. Er gehört zu den Urgesteinen der Dosensuche in meiner Heimregion. Toll, zu sehen, dass er noch dabei ist und mit über siebzig Jahren und trotz aller Entwicklungen den Spaß am Hobby nicht verloren hat.

Nach dem Klön benötigte ich Schatten. In der Sonne war’s mir viel zu warm, doch der Schatten war, gepaart mit etwas Wind, recht angenehm. Ich beobachtete das Treiben vor dem Eingang, am Abholstand, am Log-Schwenker und das Kommen und Gehen der Badegäste. Werbebanner wurden aufgehängt.

Gegen 16:00 Uhr bewegte ich mich die wenigen Schritte zum Eingang und harrte des Einlasses zum Vorabend-Event.
Vor der Bühne hatte man ein größeres Areal Tische und Bänke aufgebaut. Doch in der prallen Sonne wollte ich nicht verweilen.

Der frühe Vogel erhält den Wurm, der frühe Gast den Schattenplatz am Getränkestand. Ich wählte den östlichen der beiden.
Heinz bediente uns. Heinz war die Quelle der gekühlten Getränke und Heinz sollte unser bester Freund für den Abend werden.


Als ein Orgamitglied vorbei kam, bekam meine Holde das „Ok“, sich eine Bank vom Wagen holen zu dürfen. Andere griffen die Idee auf, aus einer wurden vier und kurze Zeit später trafen auch die ersten Freunde ein. Schnell bauten wir die Schattenseite des Getränkewagens zu unserem Lager aus. Wir klönten, hatten Spaß und nur am Rande, als ich uns zwei Lyoner vom Schwenker holte, nahm ich den angeblich überregional bekannten Comedian (?) wahr, der baskenbemützt sein Programm auf der Bühne dar bot. Wie ich später erfuhr gingen die Kritiken weit auseinander. Für die einen war er „klasse“, andere Stimmen entgegneten, er wäre „wie Fips Assmussen, nur in schlecht“. Ich kann es nicht beurteilen, es ist mir eigentlich auch egal.
Irgendwann war er weg, die Sonne auch, die Zeit schritt vor und die Laune an. Interessante Ideen kamen auf. Beispielsweise erklärte jemand, er wolle am Folgetag einen Gesäßbombencontest vom Kletterturm machen, sofern dieser in den See verlegt werden könne. Nachdem ich die Film und Veröffentlichungsrechte seiterseits quasi in der Tasche hatte, trug ich diese Idee spaßeshalber umgehend an die Orga heran. Erwartungsgemäß erfolglos. Auch einen zweiten Turm könne man alternativ in der kurzen Zeit nicht im See aufbauen.
Nun denn, hier nicht und nicht mehr zu diesem Event, aber sollte jemand anderes diesen Gedanken für zukünftige Projekte aufgreifen wollen, vermittele ich gern den Kontakt. 😉

Das Gelände leerte sich zunehmend. Damit endete das Vorevent und viele blickten voller Erwartung dem nächsten Tag entgegen.

Das Hauptevent

Als ich am nächsten Morgen das Fenster öffnete, um die kühle Morgenluft hineinzulassen, schallte schon geschäftiges Treiben vom Eventgelände herüber. Drei Stunden sollte es noch dauern, darum blieb uns genügend Zeit fürs Frühstück und andere Vorbereitungen. Pünktlich zum Einlass waren wir vor Ort und spazierten durch die Händlermeile aufs Gelände hinunter. Es war zwar erst kurz nach 10:00 Uhr, doch die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Nachdem ich kurz alle Stände und den Andrang am rekordverdächtigen Logbuch gesichtet hatte, suchte ich mir ein schattiges Plätzchen hinter der Bühne. Nach Loggen stand mir zunächst nicht der Sinn.

Als protokollierter Rekordversuch wurden mit Zähluhren die Logs aufaddiert und nur einer nach dem anderen kam an die Reihe. Später sollte für mich dazu noch ausreichend Zeit sein. Allen Logbuch-Eckdateninteressierten empfehle ich das Video von MixiTV.

Ich war nicht der einzige im Schatten und auch unter den Bäumen rottete man sich zusammen. Einige Abkühlwillige badeten sich ganz oder nur die Extremitäten im See, schwammen zur Plattform oder ließen sich in einen aufblasbaren Schwimmball einschließen, um übers Wasser zu gehen.

Andere wiederum rutschten in Plastikkisten eine Bahn hinunter oder warfen Petlinge an Leitplanken. Selbst eine Hüpfburg war vor Ort und am See gab es Wasserspiele zur Abkühlung. Kalte Getränke und Eis hatten Hochkonjunktur doch auch am Kaffeestand herrschte Andrang. Hätte ich zwischenzeitlich nicht gänzlich unerwartet einen ungeplanten Fahrdienst gehabt, hätte ich wohl den ganzen Tag dort im Schatten verbracht und geklönt. So kam ich jedoch mal raus und sah auf der Fahrt vielerorts auf den Waldwegen an den Hängen Cachergruppen laufen.

Meine Holde hatte sich als Helferin verdingt und verbrachte den Nachmittag mit einigen anderen Helfern im Abholstand.


Nachdem ich endlich und gänzlich ohne Andrang das unüblich große Logbuch signiert hatte, gesellte ich mich am späten Nachmittag dazu, um den einen oder anderen Eindruck einzufangen. Viel war nicht mehr los und nur sporadisch suchte noch jemand den Stand auf. Einige wenige, um sich zu beschweren und dies interessanterweise meist aus demselben Grund. Dem jeweiligen „Mädel“ war das bestellte T-Shirt zu eng. Als dann klar wurde, dass das Shirt nicht vor Ort getauscht werden konnte, wurde der Ton gegenüber den Helfern oftmals barsch.

Daher aus gegebenem Anlass:

Liebe Mädels,
was haben ein Tradilisting und eine Bestellseite gemeinsam?

Wer das Tradilisting liest, bekommt meist. die Dose auch auf, weil er weiß, welches Tool dazu ggf. mitzubringen ist.
Wer die Bestellseite liest, dem passt meist auch das Shirt, sofern man nach Lesen des Hinweises und ehrlicher Abnahme der eigenen Körpermaße vor der Bestellung die korrekte Größe anhand der Größentabelle bestimmt.
Offensives Herumpaulen ist hingegen nicht immer und überall hilfreich und insbesondere dann unangebracht, wenn
a) man es an die falsche Adresse richtet und
b) es sich zudem nicht um einen Shop handelt, dem man
c) den auf Grund eigener Unfähigkeit oder Faulheit gekauften Kram einfach zurücksenden kann.

Bei persönlicher Verunsicherung und als Hilfe für die Zukunft siehe
„TJ.s Schnellkurs in Sachen Umgangsformen für selbst verursachten GC-Event-Bestell-Bockmist“, unterhalb dieses Beitrags.

Zurück zum Event.
Nachdem wir im Kreise einiger Freunde zwischenzeitlich aushäusig bzw. -geländig essen waren

– es wurde Pizza im Stil eines abgebrannten Bistros gereicht – fanden wir uns zur Abendveranstaltung erneut auf dem Eventgelände ein. Eine Live-Band war angekündigt und sie performte recht gut.

Bei feucht-fröhlicher und ausgelassener Stimmung merkte man der Orga im Gegensatz zum Vortag an, dass der Druck und die Anspannung weg waren. Wir feierten mit und verließen fast als letzte das Gelände, während nach 1:00 Uhr noch Aufräumarbeiten stattfanden.

Ich schlief schlecht, was auch an der Wärme im Zimmer lag. Offene Fenster und Mücken wären allerdings keine Alternative gewesen. Es war nach Zwei, als ich in einen unruhigen Schlaf fiel, der gegen Sieben wieder vorbei war. Vom Eventplatz schallten die typischen Töne der Abbauarbeiten herüber.

Lüften, Duschen, Frühstück. Man war auf einen größeren Frühstücksraum ausgewichen. Einige Eventteilnehmer und Camper hatten optional ein zusätzliches Frühstück gebucht und fanden sich nach und nach zu den Hotelgästen ein, so dass das Buffet dem Ansturm kurzzeitig nicht mehr gerecht werden konnte. Glücklicherweise wurde nachgelegt, während sich an den Tischen die eine oder andere Diskussion entfaltete.

Thema mal wieder: Baumangelcaches. Was in NRW gerade exzessive Blüten treibt, ebbt in Niedersachsen derzeit ab und ist in Baden-Würtemberg noch gar nicht wirklich angekommen. Eine polarisierende Welle zieht durchs Land und erregt die Gemüter.

Da wir unser Zimmer bis 10:00 Uhr räumen mussten und an der Rezeption kein Andrang herrschte, packten wir kurz unseren Kram ins Auto. Zurück an der Rezeption stellte sich das als ungute Entscheidung heraus, denn in den wenigen Minuten waren einige Zahlungswillige aufgelaufen. Dennoch hatten wir Glück im Unglück, denn wie sich herausstellte, hakte das Kartenterminal und nur Barzahler konnten abgefertigt werden. Das war in dem Falle ich.

Fünf Minuten später stand ich erneut auf dem Eventgelände. Die Händlermeile war verschwunden und Orga und einige Helfer waren fleißig mit der Restdemontage beschäftigt. Ein Getränkestand, ein Grill, ein Kaffeestand, ein paar Bierzeltgarnituren unter wenigen Pavillions bildeten den Kern des Abschlussevents.

Einige waren noch gekommen und man ließ das Event vor der Heimfahrt ausklingen. Als die Hüpfburg verstaut war, bekam ich die Gelegenheit zu einem kleinen Abschlussresumee mit Silke von der Orga. Ob’s ein kurzer Sonderpodcast wird oder wir die Tondatei in unseren nächsten Podcast einbauen, ist derzeit ungeklärt. Zum Schluss noch ‘ne Wurst und ‘n Wasser und dann kam der Abschied.

Fazit: Tolle Location, tolle Leute, eine gute Zeit und eine Menge Spaß mit Freunden bei herrlichem Wetter. So hätte ich es mir im Vorfeld gewünscht und genau so war’s dann auch.

Nur für meine Verhältnisse einen Hauch zu warm und seitens der Bühne streckenweise etwas zu laut, aber irgendwas is ja immer.

Danke Euch allen für die schöne Zeit.

TJ.

(… der erneut anerkennend seinen Hut zieht, vor der Orga, den Helfern und allen anderen, die sich über eine lange Zeit mühten, uns Eventteilnehmern eine schöne Zeit, ein Programm, Abwechslung und einen herrlich idyllischen Ort zum Wiedersehen und Klönen zu bieten.)

Abschließend, wie angekündigt:

„TJ.s Schnellkurs in Sachen Umgangsformen für selbst verursachten GC-Event-Bestell-Bockmist“

1. Sich der eigenen Unzulänglichkeit bewusst werden und sie annehmen. Was man selbst verbockt, ist niemand anderes schuld.

2. Den korrekten Adressaten um Hilfe bitten – das ist derjenige, der das Produkt anbietet; d.h. bei Eventdevotionalien in der Regel die Orga und nicht die Helfer; letztere geben es nur aus und dürfen selbst meist nichts entscheiden.

3. Dem Anbieter gegenüber höflich seinen Fehler eingestehen und freundlich fragen, ob ggf. ein Umtausch möglich ist.

4. Immer höflich und sachlich bleiben und sich in jedem Fall bedanken, auch wenn der Umtausch nicht möglich sein sollte.

Rein rhetorisch: Warum sich trotzdem bedanken?

Wir alle machen Fehler, doch möchte man nicht lieber positiv als ein höflicher Mensch mit Umgangsformen in Erinnerung bleiben, anstatt als maulendes ungerechtes Vollhonkix in die Annalen des Events einzugehen?

… zumal man sich einem Sprichwort zur Folge immer (mindestens) zweimal im Leben trifft…

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