Iden des Juni – Xantike

Haloa!

Ihr kennt das sicher, man fiebert auf ein bestimmtes Ereignis hin und plötzlich ist der langersehnte Tag gekommen. Die Vorwehen haben begonnen, die ersten Teilnehmer sind vor Ort, es wird gezwitschert, gebloggt aber Ihr seid nicht dabei, denn Ihr habt noch keinen Feiertag, Urlaub oder was auch immer. Und auch an folgenden Tag hängt Ihr in den Seilen, denn der Partner muss noch arbeiten oder die Kinder haben Schule.
Irgendwann habt ihr auch das überstanden und es kann endlich losgehen. Das Auto ist gepackt, die Koordinaten auf dem Navi und kaum seid Ihr auf der Autobahn steht Ihr auch schon im ersten Stau.
Das Radio dudelt, was es immer dudelt – als gäbe es nur eine “Einstundenmonats-CD” – doch zumindest die Staumeldungen bringen etwas Abwechslung. Egal – man freut sich auf das bevorstehende Wochenende und auch Petrus scheint uns gewogen, obwohl er es etwas zu gut meint, denn die Außentemperatur liegt oberhalb der 30°-Marke.
Was uns erneut zum Stauproblem bringt, denn offensichtlich gibt es zwei Gattungen Autofahrer; die, die mangels Klimaanlage oder aus ökologischen Gründen mit offenem Fenster, hochgerötetem Kopf und einer Geschwindigkeit jenseits jeglichen Erkältungsrisikos die Autobahn blockieren und die anderen…

Trotz aller Widrigkeiten erreichten wir das APX gegen 16:30 und fanden einen Parkplatz unweit der Anmeldezelte.
Wachttürme, Tore, dazwischen eine Hecke, überragt von säulenartigen Ruinen. Davor ein großes Zelt und eine ansehnliche Anzahl Menschen.
“Petronius, meine Trauben. Und bringe er mir auch meine Einrittskarte!”. Ganz so römisch war es leider nicht. Ich musste das Fahrzeug verlassen und sofort nahm mich die Sonne als dankbares Opfer an. Gnadenlos brannte sie auf die lange Schlange der Anmeldewilligen hernieder. Ich fand praktischerweise zunächst einen schattigen Baum und danach einen noch angenehmeren Platz vor Tor und Hecke, während meine Holde sich um ihre Bestellung kümmerte.
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Dort vertrieb ich mir meine Zeit mit einigen Freunden und Bekannten, die nach und nach ebenfalls in den Schatten fanden, während die Schlange am Anmeldezelt immer länger wurde.
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Relativ pünktlich öffneten sich dann die Tore, um die Teilnehmer des Events aufs Gelände strömen zu lassen. Gut organisiert, versteht sich, denn einfach mal auf direktem Wege zur Arena laufen, war nicht. Vielmehr leiteten uns Ordner über einen Umweg dorthin, was die Vorfreude steigerte und die eine oder andere Inspiration vermittelte.

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Endlich lag sie vor mir, die Arena. Ich ging hinein und setzte mich auf einen steinernen Platz.

Arena_Panorama-x

Es war immer noch heiß doch langsam zogen Wolken auf; Regen und Gewitter waren gemeldet. Und während die ersten Wolken die Sonne verdrängten, füllten sich langsam die Ränge.
Nach einer Verzögerung – das Einchecken dauerte länger als erwartet, denn auch die letzten Teilnehmer sollten in den Genuss der Eröffnung kommen – begann das Meet & Greet. Einer Rede folgte der Einlauf der Länder. Nunja, eigentlich waren es jeweils einige Geocacher der teilnehmenden Bundes- und Länder sowie der Orga und der Abordnung aus Seattle, die unter dem Jubel der Zuschauer ihren Weg durch den Sand fanden.

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P1070144-OrgaDa die Tore nicht verschlossen und auch keine Löwen eingelassen wurden, wanderten sie nach der Eröffnung auch alle heil wieder heraus, damit das Abendprogramm in Form von Musik seinen Fortgang nehmen konnte.
Ich zog es vor, vor der Arena im “Biergarten” mit einigen Freunden zu klönen, bis Sturmböen mir den Sand ins Gesicht peitschte und die Wolkenfront auf das nahende Gewitter hindeutete. Daher verlegten wir, als kleines Grüppchen, die Abendbelustigung nach Xanten in ein Café, welches auf Grund der vorherrschenden Kirmes fast gänzlich leer war und schafften es anschließend pünktlich zum Beginn des Gewitters in unsere Bleibe.

Tag 2  –  Das Hauptevent
Der Samstag versprach ebenfalls Kaiserwetter, dies aber bei gemäßigten Temperaturen. Da wir unsere Einlassbändchen bereits am Vortag empfangen hatten, konnten wir vom Parkplatz direkt aufs Gelände, wo schon reges Treiben herrschte. Die Händlermeile war gut besucht doch auf dem Gelände selbst verlief sich die Masse.

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Viele Bekannte, einige Freunde und um so mehr Gepräche füllten den Tag und ließen die Zeit im Fluge vergehen.
Ich hatte außer vielen (wenn auch lieben) Menschen fast nichts gesehen, nur kurz die Stände der Händlermeile gestreift, als es Zeit wurde, die Arena aufzusuchen, da “Gladiatorenkämpfe” angekündigt waren.

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Mir stand der Sinn nach Blut Schweiß und Ehre und ich hoffte auf Löwen…
… vergeblich, wie sich herausstellte.

Ich ergatterte einen mittelmäßigen Platz auf dem obersten Rang, wo mir die Abendsonne den Nacken wärmte.
Das Programm begann mit einer Ansprache und der Prämierung der schönsten…

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… verkleideten Froschpuppe (!). Keine Pointe.
Erlärend (/entschuldigend?) ist hierzu zu sagen, dass es einen “Signal-Hort” gab, wo die Stoffpuppen für alle sicher aufbewahrt und präsentiert wurden. Hier konnte man wohl auch dem wohlgefälligsten Exemplar seine Stimme geben, was seinen Abschluss in dieser doch recht merkwürdigen Prämierung fand, bei der eine erwachsene Frau mit verstellter Stimme ihre verkleidete Froschpuppe “sprechen” ließ.
Es folgten die unblutigsten Galdiatorenkämpfe der Xantike; erneut ohne Löwen,

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P1070196-Gladiatorenbevor Dankesworte und Geschenke den offiziellen Teil beendeten, nicht ohne vorher den Ausrichter des nächsten PROJECTs zu würdigen:

Weiterführende Informationen erfährt der neugierige Leser hier:

Glück Auf!

Da mir nicht der Sinn nach “Band in Arena” stand, genoss den Abend in einer Restauration unter Gleichgesinnten.

GeländePanoX

Tag 3
Sonntag stand Schloss Moyland auf dem Programm. In bewährter Manier wurden Sternenevents ausgerichtet, um dem Heimfahrer ein Abschlussschmankerl zu servieren. Mein Sohn durfte entscheiden und so landeten wir hier.

P1070227-MoylandWirklich begeistert war ich zunächst nicht, doch als plötzlich einige Bekannte aus dem Norden auftauchten, erwies sich die Wahl als Glücksfall. So konnten wir vor der gebuchten “Schlossführung” noch ein paar Dösken in angenehmer Gesellschaft finden.

Die vermeintliche Schlossführung entpuppte sich als Schlossgartenführung.

P1070236-FührungWenn auch das Führungspersonal sich alle Mühe gab, sie interessant zu gestalten, ging sie leider an meinem Interesse vorbei, da mein Augenmerk auf dem Gemäuer selbst lag.

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Nach der offiziellen Führung holte ich uns darum Tickets, um mir das Schloss von innen anzuschauen. Fotos darf ich aus rechtlichen Gründen nicht posten, doch soviel sei gesagt:
Der erwartete Charme eines Schlosses ist gänzlich verschwunden. Räume mit weißen Wänden und stark reduzierter Beleuchtung geben tausenden Exponaten von Josef Beuys ein Zuhause. Lediglich ein Raum zeigt die Geschichte des Schlosses, das in den 80er Jahren noch ein echter LostPlace war.

Da der Nordturm besteigbar war, nahm ich die Gelegenheit wahr, den Ausblick zu genießen, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten.

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P1070272-Moyland von oben

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Fazit:
Die GeoXantike war ein besonderes Event auf außergewöhnlichem Gelände. Dem eventhungrigen Teilnehmer wurde viel geboten. Es gab nicht nur eine Händlermeile sondern vielfältigste Möglichkeiten in Form von Führungen, Seminaren, Spielen, Labcaches, Treffen verschiedenster Interessengruppen (Coiner, Podcaster,…), um die Zeit zu verbringen. Wem das nicht genügte, standen Caches um Umfeld zur Verfügung.
Die offiziellen Teile hielten sich zeitlich in Grenzen und für Abendveranstaltungen war gesorgt. Das alles auf einem hochinteressanten Gelände, dem Archäologischen Park Xanten (APX), auf dem sich die große Anzahl Besucher verlief, mit kostenlosen Parkplätzen im direkten Umfeld und ausreichend Gastronomie.

Einfach Perfekt!

Anm: Mit Löwen wäre sie wohl nicht mehr zu toppen gewesen 😉

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Vielen Dank für dieses außergewöhnliche Wochenende!
TJ.

1 Gedanke zu “Iden des Juni – Xantike

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